Interview g - Eberhard Geitz
Der Freunderlwirtschaft zweiter Teil
Eberhard Geitz alias “Ebse” lernte ich in einem der beiden OASYS Foren kennen. Die virtuelle Bekanntschaft hat sich schnell zu einer virtuellen Freundschaft entwickelt, deren auditive Ergebnisse - so hoffen wir derzeit beide - am Ende dieses Jahres zu hoeren sein werden. Wenn Sie nun kompromisslose Eigenwerbung erwarten, dann koennten Sie am Ende des nun folgenden Interviews eventuell enttaeuscht sein.

blogasys: Ebse, es beginnt mit der klassischen Einstiegsfrage â kannst Du uns zunĂ€chst ein wenig ĂŒber Deinen musikalischen Werdegang erzĂ€hlen?
EG: Lang istâs her â ich glaube ich war damals 14 oder 15 Jahre alt â bekam ein Freund von mir eine akustische Gitarre, die sich fortan immer mehr ins Zentrum unserer gemeinsamen FreizeitaktivitĂ€ten schob und dem FuĂball seine Alleinherrschaft streitig machte. Etwas spĂ€ter durfte auch ich eine Gitarre mein eigen nennen und nahm kurz darauf ârichtigenâ Gitarrenunterricht. Leider war die Lehrerin strikt auf der klassischen Schiene, wie damals wohl die gesamte MusikpĂ€dagogik. Das war nicht unbedingt das was ich mir vorgestellt hatte. Nach einem Jahr hatte ich also keine wirkliche Motivation mehr zum Unterricht zu gehen, sondern spielte mit Freunden in diversen Kellern Gitarre, Schlagzeug und auch mal Tasten (es war irgend eine Farfisa-Orgel). Das Schlagzeug, dass wir uns gebraucht vom Taschengeld kauften war von einer âGĂŒteâ, dass man die Einzelteile heute nicht mal mehr vom SperrmĂŒll wegholen wĂŒrde! Aber das tat dem SpaĂ keinen Abbruch. Bis auf wenige Jahre habe ich seitdem immer in einer Rock/Pop-Band gespielt und nebenher im Wohnzimmer Synthesizer, Gitarren und Nachbarn gequĂ€lt.
WĂ€hrend meines Grafik-Design-Studiums an der Hochschule der KĂŒnste in Berlin habe ich im Rahmen einer freien Projektarbeit ein grafisches Kompositionsset entwickelt und mit mir bekannten Musikern praktisch erprobt. Auf einer Kompositionstafel konnte man in einer 4×4-Elemente-Matrix grafisch aufbereitete durchsichtige Folien einhĂ€ngen, auf denen transluzente bzw. transparente, farbige geometrische Formen aufgebracht waren. Darauf befanden sich in vielen unterschiedlichen Farbstellungen Kreise, Pfeile, Wellen, Kugelhaufen, usw. usw. Ich glaube es waren ca. 100 Folien die nach und nach entstanden sind. Diese Folien konnten nebeneinander und, da sie ja durchsichtig waren, auch ĂŒbereinander auf der Tafel positioniert werden. Auf diese Weise wurde eine Abfolge zusammenstellt, die als Ausgangspunkt und Orientierung der musikalischen Interpretation und Improvisation diente. Heute wĂŒrde ich ein vergleichbares Projekt natĂŒrlich auf einem Computer umsetzen und per Beamer an die Wand werfen und … die Grafik(en) in Bewegung bringen!
Also kurz und gut: der Computer kam zu spĂ€t. Aber dennoch: er kam; und zwar gewaltig. Mit 64 KB und im Design eines ĂŒberdimensionalen Brillen-Etuis. Farbe: unverfĂ€ngliches Beige mit chicen braunen Tasten.
blogasys: … lass mich raten?
EG: Genau! Der Commodore C64 war es, der mich Jahre lang in Atem gehalten hat. Das erste Midi-Interface, das ich mir sofort nach Erscheinen kaufte, sah aus wie eine unvollendete Ăbungsarbeit eines Azubis. Eine offene Platine! Na gut, die ganze Musikwelt war zu der Zeit in der Midi-und-Computer-Entwicklungsphase und hatte Wichtigeres zu tun. Bei diesem Modell jedenfalls war ein GehĂ€use anscheinend ĂŒberflĂŒssig. Man Stelle sich zum Beispiel mal die OASYS ohne das schwarze Bedienpanel vor… Egal. Das Ding zusammen mit meinem DX7 und Supertrack von Gerhard Lengeling bildeten jedenfalls mein Einstiegs-Trio in die Midiwelt. Zuvor hatte ich bereits einen MS20, MS50, SQ10 und jede Menge SpaĂ damit.
Beim MS20 fĂ€llt mir noch eine Anekdote ein aus der Rubrik âWie man Synthesizer interdisziplinĂ€r missbrauchen kannâ. Zutaten: etwas Bastler-Know-How in Sachen Elektronik, drei FotowiderstĂ€nde, eine Spiegelreflexkamera, drei Farbauszugsfilter aus der Reprotechnik (ich habe nach meinem Studium eine Ausbildung als Reproduktionsfotograf gemacht). Andere Farbfolien tunâs sicherlich auch. Weiterhin braucht man so etwas wie eine âGrundschaltung Fotowiderstandâ, die es als Bausatz wahrscheinlich in jedem Elektronikhandel gibt. Jeder der FotowiderstĂ€nde wird in einer anderen Filterfolie gekapselt. Die drei prĂ€parierten WiderstĂ€nde werden in ein transparentes GehĂ€use eingesetzt; ungefĂ€hr ZĂŒndholzschachtelgröĂe. Diese Schachtel vorsichtig und möglichst lichtdicht in die Spiegelreflexkamera einsetzen; dort wo sich normalerweise der zu belichtende Film befindet. Achtung! Verschlussvorhang nicht zerstören! Spannung anlegen. Die durchgelassene Spannung wird als Steuerspannung den CV-EingĂ€ngen des MS-20, zugefĂŒhrt! Das warâs auch schon.
Nach der Arbeit kommt nun das eigentliche VergnĂŒgen. Der Verschluss der Kamera wird per Dauerbelichtung offen gehalten und alles Licht, das durch das Objektiv auf die drei WiderstĂ€nde trifft entsprechend der eingesetzten Farbfilter aufgeteilt. Je nach Farbe und Motiv, das vom Objektiv eingefangen wird, und je nach Bewegung des Kamera fĂŒhrenden âMusikersâ entstehen drei unterschiedliche Steuerspannungen, die -abhĂ€ngig von der Synthesizer-Programmierung- alles Mögliche manipulieren können. Klingt lustig, nicht wahr? Ja, das war es auch! Das Ganze wurde von mir âOptisizerâ getauft.
Ca. 25 Jahre spĂ€ter (!) kommt eine japanische Firma mit dem Namen Roland auf die Idee einen so genannten âD-Beam-Controllerâ in ihre GerĂ€tschaften einzubauen und hat sich diese Idee wahrscheinlich in aller Welt patentieren lassen. Irgendwie kam mir dieser Controller bekannt vor … Witzig.
blogasys: …kommt selten vor, aber mir fehlen die Worte…. die VerknĂŒpfung auditiver und visueller Ausdrucksformen war offenbar stets von Interesse fĂŒr Dich.
EG: GrundsĂ€tzlich hat mich die ParallelitĂ€t der visuellen und der akustischen Ausdrucksformen â auch in verbal-kommunikativer Hinsicht â schon immer fasziniert. Begriffe wie hell, dunkel, hart, weich, harmonisch, Kontrast, laut, leise, Raum, Panorama, Transparenz … Du kannst das selber weiterspinnen. In beiden Kunst-Disziplinen kannst Du mit diesen Begriffen kommunizieren. Es bestehen Analogien, deren beschriebener Inhalt also im Umkehrschluss von der einen Ausdrucksform in die andere transferiert werden kann. Anders ausgedrĂŒckt: Du kannst ein Bild anschauen, es mit den Repertoire des interdisziplinĂ€ren Wörterbuchs beschreiben und diese Beschreibung als Rezept oder Basis fĂŒr eine musikalische Komposition nehmen.
blogasys: Wie wirkt sich das auf Deine Musik aus?
EG: Oft sehe ich Bilder wenn ich Musik höre und umgekehrt. Hmm… Ich glaube Edgar Froese von Tangerine Dream hat sinngemÀà einmal gesagt er hofft auf das Interface vom Kopf in den Musikrecorder. So eine Art âBrain to Audioâ-Interface. Schade, Edgar, ich glaube wir werden das leider so nicht mehr erleben. Aber selbst der Weg dorthin ist und bleibt schon spannend genug!
blogasys: Wie ging es dann weiter?
EG: SpĂ€ter habe ich mich auch mit Midi-Programmierung auf dem ATARI ST beschĂ€ftigt, Sounds fĂŒr den DX7 programmiert, Soundverwaltungsprogramme geschrieben und auch einen Editor fĂŒr den ESQ1 von Ensoniq programmiert. Der Clou bei der Software war, dass als Option eine âalte, analogeâ BenutzeroberflĂ€che simuliert werden konnte. Das lieĂ sich dank der Architektur des ESQ1 ganz gut per Midi nachbilden.
Nach vielen Jahren Programmier-Abstinenz kam mir kĂŒrzlich der Gedanke in den Kopf wieder einmal ein Projekt in Sachen Midi-Programmierung anzugehen. Diesmal auf dem Mac. NatĂŒrlich! Da ich leider nicht die Sprache C++ beherrsche, habe ich mir eine Lizenz von RealBasic gekauft. Das Projekt allerdings ist vorerst ausgesetzt. Dieses Jahr will ich doch erst einmal verstĂ€rkt Musik machen mehr Keyboards ins Zentrum der Komposition bringen, weg von der Struktur einer Rock-Band, keine Besetzung wie sie in einer Band ĂŒblich ist.
Oh…. ich glaube ich habe Deine Frage doch etwas ausschweifend und im Kern doch noch nicht beantwortet,
blogasys: [lacht]
EG: …. aber ich denke mein bisheriger Lebensweg mit der Musik ist eher sehr gewöhnlich und hat sich wahrscheinlich zeitgleich auf dieser Welt zigtausendfach in Ă€hnlicher Form bei anderen Musikern wiederholt: Bandmucke im Ăbungskeller, Recording-Sessions im Homerecording-Studio, einige Live-Gigs etc. Gitarre, Schlagzeug und Tasten habe ich gespielt, ohne eines dieser Instrumente heute wirklich zufrieden stellend zu beherrschen, wenn es um die Spielfertigkeit geht. Immer auf der Suche nach dem Besseren: der besseren Harmonie, dem besseren Groove, dem besseren musikalischen Ausdruck, dem besseren Instrument, dem besseren Sound, etc. Das Alles sind aber lediglich Mittel zum Zweck. Diese Mittel werden meiner Meinung nach zu sehr ĂŒberbewertet. Entscheidend fĂŒr mich ist der SpaĂ dabei und der ultimative Kick in den herausragenden Momenten, in denen einfach Alles stimmt!
Ăber Freundschaften entwickelte sich mein GefĂŒhl fĂŒr die Musik und die Musik wiederum entwickelte neue Freundschaften. So kann ich meinen musikalischen Werdegang vielleicht am ehesten auf den Punkt bringen, denn Musik ist schlussendlich immer eine sehr emotionale Ausdrucksform der Kommunikation.
blogasys: Welche Musik und welcher Musiker haben Dich eigentlich am stÀrksten beeinflusst?
EG: Pink Floyd stehen da eindeutig an allererster Stelle. Das Konzert (am 13. MĂ€rz 1970 Auditorium Maximum der Technischen UniversitĂ€t Berlin) hat in mir einen Kulturschock ausgelöst. Bis dahin hörte ich â mehr oder weniger ânotgedrungenâ, um bei den Klassenkameraden mitreden zu können â das, was deutsche Radiosender in jener Zeit in den Hitparaden dudelten. Ich war vorher noch nie in einem Live-Konzert und dann hörst Du das erste mal im Leben StĂŒcke wie âBe careful with that axe, Eugeneâ oder âSet the controls for the heart of the sunâ. WOW!!! Das Konzert hat einfach neue TĂŒren in mir und meinem VerstĂ€ndnis zur Freiheit von Klang und Musik geöffnet. Einige Beispiele dazu habe ich ja bei der Beantwortung Deiner ersten Frage bereits gegeben.
Die wirkliche Leistung von Pink Floyd wird meiner Meinung nach erst deutlich, wenn man sie â wie es immer so schön formuliert wird â im musikalischen Kontext der populĂ€ren Musik der frĂŒhen 70er Jahre betrachtet. James Taylor, Santana, Jethro Tull, Can, Frumpy, Dire Straits, Joe Jackson, Tangerine Dream, Sade, Mezzoforte, sind weitere Bands, die ich ausgiebig gehört habe.
blogasys: Welche Musik hörst Du zurzeit und warum ausgerechnet diese?
EG: Deine Frage klingt so simpel, ist aber fĂŒr mich wirklich nicht ganz einfach zu beantworten. Hhmm… Ich höre relativ wenig Musik, und schalte CD-Player oder Radio auch schon mal ab, wenn ich merke dass ich nicht mehr richtig zuhöre. Es gibt keinen Favoriten, was Musikstil oder Musiker angeht. AbhĂ€ngig von der Laune dem Wetter, oder was auch immer wechselt es stĂ€ndig. Selbst wenn ein Song mich emotional nicht unbedingt umhaut, kann ich ihn immer analytisch hören und es macht SpaĂ ein StĂŒck auf diese Weise zu entdecken und zu verstehen.
GrundsĂ€tzlich aber finde ich Musik, die von Leuten gemacht wurde, die wie Du und ich leidenschaftlich âIhr Dingâ machen und ohne 100.000-Euro-Etat etwas auf die Beine stellen viel, viel spannender. Es ist fĂŒr mich nachvollziehbarer und mit Sicherheit ehrlicher. Ich glaube einfach nicht, dass Stars, die zum zig-tausendsten Mal Ihren Number-One-Hit performen noch wirklich SpaĂ daran haben. Nur die Wenigsten von ihnen sind aber so ehrlich das auch offen zuzugeben.
Ich jedenfalls hasse es zum x-ten Mal das gleiche StĂŒck spielen zu mĂŒssen, wenn doch die âamtlicheâ Version schon seit langer Zeit auf HD liegt oder auf CD gebrannt wurde. Das ist in meinen Augen vergeudete Zeit! Die Möglichkeit sich mit gleich gesinnten âAmateurenâ und âSemi-Professionalsâ auszutauschen ist viel spannender und das Bild des Menschen hinter der Musik wahr wird und nicht eine abstrakte Marketing-Ikone, die austauschbar ist, wenn die UmsĂ€tze nicht mehr stimmen.
blogasys: Nun zu Deiner Musik, was waren Deine letzten Projekte?
EG: Bis vor kurzem habe ich 15 Jahre lang in einer Band Keyboards gespielt. Die Gruppe ist an AltersschwÀche -glaube ich zumindest- eingegangen. Anfangs hatte wir ein Repertoire und sind gelegentlich aufgetreten. SpÀter haben wir uns mehr auf das Improvisieren eingelassen, was mir persönlich besser gefÀllt.
RĂŒckblickend betrachtet ist es gut, dass die Band sich aufgelöst hat, denn ich bin jetzt nach Vorne gerichtet und richtig gespannt auf das Neue, das sich mit Sicherheit entwickeln wird.
Das jĂŒngste Projekt bestand aus mehreren kleinen Soundtracks zu kurzen Videos bzw. 3D-Animationen, die unter hohem Zeitdruck fertig werden mussten. Gelegentlich bekomme ich solche Jobs, da ich einer von mehreren Gesellschaftern einer kleinen Werbeagentur bin.
Trotz des Stressfaktors mag ich das Komponieren von Soundtracks. Man muss sich zunĂ€chst auf die Bilder einlassen, denn das Bild ist die Vorgabe und das MaĂ der Dinge. Die Musik wird sozusagen zum Turbolader der Filmaussage â wenn sie denn gelingt. Die musikalischen Dramaturgie und das Timing die das Bild und den Filmschnitt unterstĂŒtzen sollen, mĂŒssen genau auf den Frame sitzen. Das ist der Unterschied in der Entstehung verglichen mit freien Improvisations-Sessions.
NatĂŒrlich kann man sich bei Terminarbeiten auch nicht so locker davon stehlen, wenn die KreativitĂ€t Sand im Getriebe hat. Diese SchwĂ€che gestehe ich mir leider zu oft ein, wenn ich meine eigenen Sachen aufnehme.
blogasys: … die gewohnte Frage nach den aktuellen Projekten, lasse ich einmal aus.
EG: Wieso?! Du hast doch nicht etwa Informationen ĂŒber mein streng geheimes Projekt mit dem bekanntesten OASYS-Lover und -Kritiker im deutschsprachigen Raum? Das wĂŒrde bedeuten, dass es eine undichte Stelle im System gibt!
blogasys: Welches Equipment setzt Du ein und warum hast Du Dich fĂŒr dieses entschieden?
EG: Zur Zeit besitze ich neben der OASYS noch meine Karma, eine Triton Extreme, einen Motif ES. Letzteren will ich aber demnÀchst endlich verkaufen.
Als ich vor der Entscheidung stand mir die OASYS zu kaufen, habe ich mich nach dem Motto âReduce to the Maxâ dazu entschlossen auszusortieren. Ein Mehr an GerĂ€tschaften bedeutet bei mir nicht zwangslĂ€ufig ein Mehr an QualitĂ€t oder Output. Im Gegenteil: die ganze Verdrahterei, Synchronisation usw. ist eher ein abtrĂ€glicher Zeit- und Stressfaktor.
Im Asservatenschrank liegt noch ein YAMAHA TX7 und eine Korg 05RW Modul. Eine Boss DR880 Drummachine, deren nette Easy-Compose-Funktion ich ganz lustig finde, besitze ich ebenfalls. Den Roland VS2480-Recorder habe ich schon lange nicht mehr eingeschaltet, obwohl er fĂŒr Mehrspur Live-Recording eine hervorragende Kiste ist. LogicPro, Live, Reason, Stylus RMX laufen auf meinem (Intel-)Imac. Den ganzen Kleinkram neben den obligatorischen 345.000 Kilometer Kabelsalat will ich hier nicht aufzĂ€hlen.
Die Karma habe ich mir kurz nach ihrem Erscheinen zugelegt. Wie ĂŒblich kam der Tipp von einem Freund, der das Teil auf der Musik-Messe gespielt hatte und fortan total verknallt in die Kiste war. Es ist einfach eine klasse Jamming-Fun-Box, die ich auch nicht hergeben werde! Thank you, Stephen and Korg!
blogasys: Was war fĂŒr Dich dann ausschlaggebend Dir einen OASYS zu kaufen?
EG: FĂŒr mich war es zum einen Karma 2.0 und zum anderen die Hoffnung auf ein autarkes, gut klingendes Standalone-System. NatĂŒrlich haben mir die Videos von Stephen Kay auf KarmaLab.com den Mund so richtig wĂ€sserig gemacht. Sein Engagement in seinem und anderen Foren ist einfach unglaublich! Die Community dieser Foren ist auch beispielhaft, genauso wie die Jungens Jerry und Dan von Korg USA, die begriffen haben, dass ein After-Sales-Service kaufentscheidend sein kann, und immer in den Foren mit Rat und Tat bereit stehen. Obwohl ich zu meinem Bedauern nicht so gut englisch kann lohnt es sich immer wieder dort hineinzuschauen.
Ich schweife wieder ab, … zurĂŒck zum Thema: Wenn der Sequencer in der OASYS mir zusagen wĂŒrde, wĂ€re ich auch fast am Ziel. GegenĂŒber Live und Logic ist er natĂŒrlich ohne Chance was die KomplexitĂ€t, Tiefe und GUI angeht. Dennoch bin ich ĂŒberzeugt, dass weit mehr machbar ist, als das was wir derzeit in der OASYS geboten bekommen! Schau Dir die Hardware und den Bildschirm des guten, alten ATARI ST an und Du weist, was ich meine.
Dass die OASYS sooooo mega-geil klingt, habe ich erst richtig nach dem Kauf bei mir zu Hause im gewohnten akustischen Umfeld realisiert. Da erst hat mich der ĂŒberragende Grundsound wirklich vom Stuhl gehauen!
… ĂŒbrigens: der Preis der OASYS ist eigentlich gar nicht so hoch, wenn man mal einen Preis pro Kilogramm zu Grunde legt und mit anderen SchĂ€tzen aus der musikalischen Asservatenkammer vergleicht.
blogasys: Was schÀtzt Du am meisten am OASYS und gibt es neben dem Sequenzer Dinge die Du vermisst?
EG: Zum Grundsound und Karma 2 kommt das groĂe, berĂŒhrungsempfindliche Display und die Anzahl der Modulations- und Realtime-Controller. Diese Features stehen bei mir auf der Haben-Seite ganz oben.
Den ĂŒberholten Sequencer habe ich eben ja schon als ein Manko angekreidet. Eine FM-Erweiterung fehlt mir, und die DAW-Anbindung ĂŒber Firewire, die der neuen KORG M3 Workstation als Option zur VerfĂŒgung steht. Die Ăffnung der Software fĂŒr Anbieter von Plug-Ins wĂŒrde Vieles ermöglichen, wovon wir zur Zeit nur trĂ€umen dĂŒrfen.
Was mir persönlich fehlt â und es ist mir fast peinlich mich in diesem Blog zu outen â ist ein noch einfacheres und âmusikalischeresâ Karma-Interface. Ich weiĂ, es gibt genug Leute, die wollen tief in die Karma-Technologie eindringen und am Besten noch im letzten Winkel des Parameter-Dschungels eines total geöffneten GE-Editors das letzte Byte manipulieren. Ich habe Hochachtung und Respekt vor diesen Usern und deren FĂ€higkeiten! Meine Intention dagegen ist es in meiner knapp bemessenen Zeit mehr und einfach Musik zu machen. Ein Interface mit Reglern wie Music-Genre, Tempo (Half/Double), Improvisations-Intensity usw.
Stephen könnte die GEâs z.B. auf einer EASY-Page mehr in einem virtuellen Musiker-Charakter verpacken. Stellâ Dir vor, Du suchst fĂŒr ein StĂŒck an dem Du gerade arbeitest, einen Gitarristen und teilst ihm mit, wie er sich ins StĂŒck einbringen sollte. Wenn Du Dich mit dem Musiker verstehst, dann reichen sechs bis acht Kernbegriffe und die Sache funktioniert!
Ich hoffe spÀtestens mit der KARMA Version 4.0 in der Lage zu sein, das zu tun!
blogasys: … vielen Dank, Eberhard!
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