Archive for Januar, 2008

Januar 31st, 2008

Collaborations Part III - watermeditation

Posted in Hartmann Neuron, Music by blogasys

wasser©pmm


watermeditation

The initial idea for this track came from a Neuron sound named “bebe Tara” to which another one, named “Mass & Time”, was added. You can listen to both of them separately here in the Neuron article.

I sent this idea to Ebse and as usual, it did not take long until he sent me his additions. Hope you like it.

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Januar 27th, 2008

Interview g - Karl Weissenboeck aka Charlie

Posted in Interviews - g by blogasys

charlie+boesendorfer

blogasys: Charlie, kannst Du uns zu Beginn ein wenig über Deine Person erzählen, wie bist Du zur Musik gekommen was hast Du bisher gemacht, etc?

Charlie: Ich werde in den nächsten Wochen 40, bin glücklich verheiratet und stolzer Vater zweier Kinder. Musik ist mein liebstes Hobby. Beruflich bin ich Unternehmer und führe einen Familienbetrieb der Baustoffe produziert.

Musik mache ich seit meiner Kindheit. Wie bei uns in Ă–sterreich ĂĽblich begann das mit der Blockflöte. Und dann halt klassischer Klavierunterricht. Der hat mir aber nicht lange SpaĂź gemacht. Ich saĂź zwar am Nachmittag stundenlang vorm Klavier und spielte mit Akkorden und Linien herum - aber das Ăśben fĂĽr “Elise” und “Alla Turca” war nicht meins. Als ich dann nicht mehr Unterricht nehmen wollte ĂĽberredeten mich meine Eltern auf E-Orgel umzusatteln. Das entsprach schon eher meinen Vorstellungen. Und nach einer Sparorgie leistete ich mir mit 16 meinen ersten Synthesizer: einen brandneuen Poly 800! Stundenlang schraubte ich daran herum, programmierte den Step-Sequencer und zeigte jedem stolz meine klanglichen Errungenschaften.

In der Zeit sammelte ich auch meine ersten Erfahrungen mit diversen Schulbands. Der Keyboardpark wurde laufend erweitert und schließlich landete ich in einer semi-professionellen Tanzband. Wir hatten damals ein paar unübliche Ideen hinsichtlich Bühnenshow, Kleidung und Programmzusammenstellung, was uns einigermaßen bekannt und gefragt machte. Allerdings war das auch echte Arbeit und mir war klar, dass ich nach Abschluss meines Studiums damit aufhören werde. Auf Dauer wäre das mit meinem Beruf nicht vereinbar gewesen und auch bei der Musik wollte ich eigene Songs komponieren anstatt nur nachzuspielen.

Eine zeitlang programmierte und verkaufte ich auch Sounds - vorwiegend fĂĽr Rolands D50. Später ergänzte ich meine Ausbildung noch um ein paar Jahre Jazzpiano-Unterricht. Und in den 90ern leistete ich mir einen Bösendorfer FlĂĽgel. Meine Sicht zum Thema “Ăśben” hatte sich mittlerweile stark gewandelt. ;-)

blogasys: Welchen Stellenwert hat Musik fĂĽr Dich, als Konsument aber vor allem als Musiker?

Charlie: Ich liebe Musik - als Zuhörer und als Schaffender! Musik berĂĽhrt, Musik bewegt und inspiriert. Eine Welt ohne Musik wĂĽrde nicht funktionieren. Es ist ein unglaubliches GefĂĽhl, wenn Musik aus einem rausströmt. Manchmal sitze ich am Klavier, es läuft auf einmal wie von selbst und ich frag mich: “Wer spielt hier eigentlich?”

Oder auch beim Spielen mit einer Band kann es Phasen geben, wo es fast unheimlich wird. Man verschmilzt zu einem pulsierenden Klangkörper und alle inklusive dem Publikum spüren es. So ein Zustand hat meditativen Charakter: wenn man beginnt darüber nachzudenken schaltet sich wieder der Verstand ein und es ist weg. Musik zählt für mich zu den großzügigsten Gaben die dem Menschen zuteil wurde!

charlie_take5

blogasys: Ich weiss ja, dass Du auch nicht eben viel Zeit zum Musizieren hast, wie bringst Du das alles eigentlich unter einen Hut?

Charlie: Das ist eine kniffilige Frage. Es geht ja nicht nur um Musik versus Beruf sondern darum, alle Lebensbereiche unter einen Hut zu bringen. Da gehört die Familie genauso dazu wie ein Minimum an Bewegung und körperlichem Ausgleich. Ich befasse mich schon viele Jahre bewusst mit diesem Thema und erlebe es evolutionär. Letztendlich heißt es immer wieder seine Lebensprioritäten zu entscheiden, sich Ziele zu stecken, ausreichend Disziplin aufzubringen und gelegentliches Straucheln anzunehmen. Oft scheitert man ja nicht aufgrund seiner Leistungen sondern vielmehr an seinen Erwartungen.

blogasys: Welche Musik hörst Du gerne und hast Du musikalische Vorbilder? Falls ja welche und warum?

Charlie: Generell bin ich hier breit aufgestellt: Jazz, Rock, Pop, Klassik, Rap, Folk, Elektronik usw. - solange ein gewisses Qualitätsniveau gegeben ist und das Hören selbst nicht anstrengend wird, bin ich dafür zu haben. Es hängt ja auch stark von der aktuellen Stimmung ab, was man jetzt gerne hört.

Wenn man ein Vorbild nennt, dann wird man damit verglichen. Das kommt mir in meinem Fall unpassend vor, weil die Vorbilder einfach soweit über meinen musikalischen Fähigkeiten stehen, dass da wenig rauskommen wird.

Aber natĂĽrlich gibt es einige KĂĽnstler, die mich besonders faszinieren. Bspw. Donald Fagen, Tears For Fears, Judith Owen, Joe Sample, Nils Landgren oder The Rippingtons. Und in meiner Jugend waren Toto, Level 42, Prince, The Alan Parsons Project und Pink Floyd meine Favoriten. Meine aktuellen Lieblingssongs sind “Shadow” von Beady Belle und “When it falls” von Zero 7.

blogasys: Lass uns nun auf die Seite des Schaffenden wechseln - kannst Du uns einen Einblick in Deine Arbeitsweise und das dazu verwendete Equipment gewähren?

Charlie: Aktuell ist bei mir Songwriting angesagt. Nach jahrelanger Instrumentalmusik und meiner wachsenden Unzufriedenheit mit der üblichen Textkost einerseits, und vielleicht auch einer etwas gereifteren Lebenseinstellung andererseits, brennt mir das Songwriting schon seit Jahren unter den Nägeln.

Ich beginne mit der Entscheidung, zu welchem Thema ich einen Song schreiben möchte. Dann sammle ich Input dazu - aus Büchern, dem Internet, persönlichen Gesprächen, Notizen usw. - bis ich fühle das Thema klar zu haben. Dann entscheide ich, was davon in den Text verpackt werden soll und schreibe ihn. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versteht man, warum viele Texte so dünn ausfallen: es kann schon eine Weile dauern, bis man etwas geschrieben hat, das das Beabsichtigte vermittelt, einem Songaufbau entspricht und sich reimt.

Meist entstehen schon beim Texten erste Ideen für Melodien und Harmonien. Die werden dann am Klavier oder am Oasys ausprobiert. Oft erstelle ich hier auch verschiedene Varianten, um ein Gefühl zu entwickeln, was am besten passt. Beim Ausprobieren am Oasys können dabei erste Soundideen auftauchen. Oft muss man in dieser Phase den Text anpassen - vielleicht war er zu lang oder zu kurz, oder eine Wortfolge will sich einfach nicht mit einer Melodie vertragen usw.

Sind Melodie und Harmonien klar geht es ans Arrangieren. Das passiert am Oasys. Hier gibt es einen breiten Bogen an Zugangsmöglichkeiten - vom spurweisen händischen Einspielen bis zur voll karmafizierten Aufnahme, wo man nur mehr Pads programmiert und Karmaphrasen verbiegt. Beim Oasys kann man hier wirklich aus dem Vollen schöpfen!


Wieder, immer wieder


Das tote Pferd

Wenn das Playback fertig ist singe ich die wichtigsten Audiospuren für meine Sänger ein. Dann wird das wav-file erstellt und der Sänger bekommt ein mp3-Demo für seine Vorbereitung. Dann wird der richtige Gesang Spur für Spur aufgenommen. Hier gibt es auch immer wieder Feedback vom Sänger, das ich gerne aufgreife. Es werden andere Sounds probiert, Linien eingefügt oder weggelassen usw. Nach ein paar Tagen Pause wird fertig abgemischt und das endgültige wav/mp3-File erstellt. Meistens habe ich das dann schon so oft gehört, dass ich mich ehrlich auf den nächsten Song freue!

Mein tatsächlich verwendetes Equipment ist also sehr schlank: Oasys 88, Genelec Monitore, gutes AKG-Micro + Kopfhöhrer - mehr brauche ich nicht. Früher arbeitete ich mit Cubase VST und zahlreichen externen Geräten. Heute bin ich froh, dass die gewünschte Vereinfachung letztendlich auch umsetzbar war. Der Weg dorthin war jedoch nicht immer einfach - Stichwort: Sequencer.

Gesamtblick_2

blogasys: Du zählst ja zu der nicht eben großen Zahl an OASYS Usern die sich mit dem internen Sequenzer auseinander gesetzt haben. Was sind denn da Deine bisherigen Erfahrungen?

Charlie: Kurz: mühsamer Start, wenn man von einer üblichen DAW kommt - und irgendwann ging dann doch alles relativ locker. Ich bin aber kein Profi und möchte mir deshalb kein umfassendes Urteil im Vergleich zu anderen Sequencern und DAWs anmaßen. Für meine Zwecke passt es nunmehr bestens und ich genieße die All-In-One-Lösung. Ich kann alles damit machen, was ich bei der laufenden Arbeit brauche. Und wenn ich mal bei einem Spezialthema anstehe, dann gibt es hilfreiche Leute im Korg-Forum, die einem weiterhelfen. An der Stelle möchte ich auch ausdrücklich Mike Conway danken. Er hat mir die Lernstrecke mit seinen Beiträgen dramatisch verkürzt.

blogasys: Lass uns vielleicht anhand Deines aktuellen Tracks “love is a verb” ein wenig ĂĽber Deine Arbeitsweise sprechen? Nachdem Du also den Text fertig hast und mit Melodie sowie Harmonien beginnst geht es an den OASYS, was dann?

Charlie: Lass mich vorher noch ein paar Worte zum Entstehen der Songidee und des Textes sagen. Auslöser war hier der Sänger. Der meinte, dass er lieber Englisch singt als Deutsch. Also schrieb ich einen englischen Text, was mir ohnehin ins Konzept passte, weil ich Mundart, Hochdeutsch und Englisch beim Songwriting ausprobieren wollte – Englisch fehlte mir noch in meiner Sammlung.

Die Inspiration zum Text stammte aus einem Buch von Stephen R. Covey, der mit seinen „7 Habits“ bekannt wurde. Mir gefiel die Idee mehr Aufmerksamkeit auf das „Lieben“ zu legen (im Sinn von aktiv liebend Handeln) anstatt auf das daraus folgende Gefühl „Liebe“. In jungen Beziehungen passiert das intuitiv: man ist aufmerksam, unterstützt, hört zu, bemüht sich zu verstehen, kommt entgegen, gibt ohne Gegenleistung zu erwarten – kurz: man versteht und lebt Liebe als Verb und erfährt das wunderschöne Gefühl „Liebe“ als Folge seines Tuns. Über die Jahre beklagt so mancher den Verlust des Gefühls der Liebe und übersieht dabei, dass er quasi einen Lohn erwartet, ohne etwas Nennenswertes dafür zu tun.

blogasys: … gut beobachtet!

Charlie: Harmonien und Melodie des Refrains standen weitgehend schon fest, bevor ich mit dem Texten begonnen hatte. Sie hatten sich beim Herumspielen mit Karo-Stringsounds ergeben.

blogasys: Da werden sich Kurt und Olli sicher drĂĽber freuen das zu lesen! Aber sorry fĂĽr die Unterbrechung….

Charlie: Lediglich der Schlussakkord war offen geblieben. Die Auflösung in E7 wurde später noch eifrig mit dem Sänger diskutiert, der meinte: „Das klingt so, als möchte man krampfhaft etwas anders machen.“ Letztendlich blieb es dabei – wenn man es oft genug hörte, gewöhnte man sich daran. ;-) Die Strophe griff einige Akkorde des Refrains auf und deren Melodie war bewusst etwas tiefer angelegt, um später ausreichend Steigerung mit dem Refrain zu bieten. Die Bridge nach dem 2. Refrain wurde harmonisch simplifiziert und von allen Additionen befreit. So blieb reichlich Platz für den sich aufbauenden Chor.

Als Harmonien und Melodien von Refrain und Strophe halbwegs klar waren, begann ich mit dem Arrangement. Wichtig war dabei die Songstimmung, die einerseits durch Harmonien + Melodien und andererseits durch den Sound geprägt wird. Sollte es eher dicht und opulent, oder fragil und fein, oder derb und laut etc. klingen? Auch wenn ich dazu konkrete Vorstellungen habe, experimentiere ich noch gerne herum. Dazu lud ich verschiedene Lead-Factory-Combis in den Sequencer, belegte die Pads mit den Akkorden des Refrains, schaltete Karma ein und nahm einige Varianten auf. Das war einfach und vertiefte das Gefühl für Sound, Tempo und Stimmung des Songs. Die tatsächlich verwendeten Sounds sind in der Regel andere als in den Combis, die oft einen gewissen „Show-Faktor“ im Klang eingebaut haben – ich brauche aber keinen Show-Sound sondern ein Playback für Gesang! Aber Stimmung und Tempo wurden durch die Varianten rasch klar und es machte Spaß, einen Refrain in verschiedenen Stilen zu erstellen.

Als nächstes wurden die einzelnen Parts arrangiert und aufgenommen. Meist beginne ich mit dem Refrain, der in der Regel am stärksten besetzt ist – also volle Instrumentierung und höchster Pegel im Song. Die anderen Parts leiten sich davon ab und sind mehr oder weniger abgespeckt. Ich begann mit der Drum-Track. Bei Love is a verb wurde diese erstmals mit Hilfe von Karma erstellt. Im Program-Browser hörte ich mir die verschiedenen Drumsets mit Karma durch, bis ich ein zur angestrebten Stimmung passendes Set gefunden hatte (I-D052: Nu Style Kit). Das wurde inklusive Effekten in den Sequencer kopiert und dort der passende Karma-GE entschieden. Von den 5 mitkopierten Effekten braucht man meist nur 2-3. Durch An- und Ausschalten der Einzeleffekte fand ich heraus, welche das waren und sparte mir so IFXs für andere Sounds und Audio-Tracks – der Menübefehl „Drumkit IFX Patch“ leistet hier gute Dienste. Dann wurde die Karma-Phrase mit den Realtime-Controllern verbogen und alle geeigneten Varianten als separate Scenes abgespeichert. So entstand ein grobes Drum-Gerüst für den Refrain und die anderen Parts. Ich war überrascht, wie einfach das ging.

Gesamtblick_1

Danach kam der Bass dazu. Auch hier wollte ich Karma nützen – scheiterte aber an meinem Anspruch, dass die Bass-Phrase sehr nahe beim Rhythmus sein sollte – also zB. gleiche Akzente bei Bass und Bass-Drum. Es gibt zwar viele Bass-GEs, aber bis man einen findet, der sowohl rhythmisch als auch harmonisch zur Vorgabe passt – naja … diese Aufgabe wird für mich erst durch User-GEs befriedigend lösbar sein. Also wurde der Bass klassisch von Hand eingespielt. Ich wollte hier einen akustischen Sound haben – quasi als natürliche Ergänzung zum modernen Drumsound, weshalb die Wahl auf einen STR1-Sound fiel (U-E053: Solo NoisY A.Bass).

Weiter ging es mit den Chords. Zunächst setzte ich rhythmische Akzente mit einem AL1-Sound, der ein Stereo-Delay verwendet (I-F096: Uniformity) und jeweils nur zum Akkordwechsel kurz angeschlagen wurde – das Delay erledigte den Rest sauber im Takt. Als verbindendes Element sollte ursprünglich nur eine feine Linie dienen - ebenfalls ein AL1-Sound (U-F080: Aromatherapy) - der als Motionsynth auch Leben in sich hat. Im Intro hört man diesen Soundmix recht gut. Später stellte sich heraus, dass der Refrain in den Mitten noch mehr Fülle brauchte, um ausreichend Steigerung zur Strophe zu bieten, weshalb der Padsound der Strophe auch in den Refrain übernommen wurde. Hier kam aus der LAC ein Polysix-Sound zum Einsatz (U-D035: Healing Pad), der mit liegenden Akkorden einen schönen Klangteppich bildete. Die meisten meiner Sounds finde ich über die Kategoriefunktion des Programbrowsers – der ist ein wahrer Segen um aus den unzähligen Klängen rasch potentielle Kandidaten herauszufiltern!

Nun zur Strophe. Jeder Songpart kommt bei mir in einen eigenen Songslot. Ich kopierte alle bisher getroffenen Sound- und Effekteinstellungen aus dem Refrainslot in den neuen Strophenslot. Das mache ich so für jeden neuen Part, damit ich durchgehend zusammenpassende Einstellungen inkl. aller Karmamodule und Padbelegungen erhalte. Die Strophe ist zu Beginn extrem spartanisch – einfachster Bass, Bassdrum + Snare und der Padsound lassen viel Platz für Steigerungen bis zum Refrain hin. Hier kamen auch 2 weitere Sounds ins Spiel: ein reduzierter AL1-Leadsynth (I-F008: ooWEEoo/Vox) für Akkordzerlegungen im 2. Teil der Strophe, sowie eine HD1-Bell (I-A015: Bright Waveseq Bell) im 3. Teil, der auch mit mehr Tempo die Akkorde wechselt. Gemeinsam mit den Drums baut sich so die Stophe zum Refrain hin auf und wird immer „voller“.

Nachdem ich das bisher Geschaffene in einem weiteren Songslot zusammengefügt, durchgehört und für gut genug befunden hatte, wurden die verbleibenden Songparts arrangiert. Aus dem Refrain ohne Padsound und mit stark reduzierten Drums wurde das Intro. Statt eines Fadeouts wollte ich ein „Outro“. Dort durfte der Bass den diskutierten E7-Akkord aufgreifen und mit einem kleinen Pitchbend gemeinsam mit der HD1-Bell ausklingen. Fehlte nur noch die Bridge zwischen 2. und 3. Refrain. Die sollte sich soundmäßig deutlich vom Bisherigen abheben. So wurde bei den Drums neben einem anderen Rhythmus auch das Bending in Karma aktiviert (und später invertiert), der Bass steigt auf den anderen Rhythmus ein und ein weiterer AL1-Sound kommt dazu (U-F076: WindSong) der für etwas mehr Schmutz durch einen „Guitar Amp Model + Cabinet“ Effekt geschickt wurde. Und danach kam noch eine Distortion Guitar dazu – ein STR1-Sound (U-E037: Dist.Feedback Guitar), der den Stimmungswandel tatkräftig unterstützte. Zum Schluss der Bridge durften die Drums noch mal ordentlich aufgeigen – eine weitere Karma-Scene – bevor die Hihat und der AL1 alleine übrig blieben. So wird kurz verschnauft, bevor der Refrain wieder mit voller Instrumentierung einsetzt.

Nachdem alle Songparts in einem weiteren Songslot zusammengefügt und bei allen Übergängen auf einer eigenen Midi-Spur händisch Drumfills eingespielt waren, nahm ich eine grobe Bearbeitung der Volumes, Equalizer und Effekteinstellungen vor. Die endgültige Abmischung kann ich erst gemeinsam mit dem Gesang vornehmen. Womit wir bei den Audio-Tracks angelangt sind. Ich habe hier das große Glück nette Freunde zu haben, die sich als „Opfer“ für meine Musik zur Verfügung stellen. Niemand von denen ist ein Profi und die Zeit neben Beruf und Familie knapp. Bei einem guten Glaserl Wein wird Spur um Spur aufgenommen. Selten brauchen wir mehr als 3 Takes und der Spaß steht im Vordergrund.

Technisch war das einfach. Wichtig ist die „Takt-Liste“, wo ich sofort sehe, welcher Songpart bei welchem Takt beginnt. Das spart Zeit beim Aufnehmen. Die Volumes der Midi-Tracks waren um ca. 50% zu reduzieren und jene der Audio-Tracks voll aufzudrehen, damit sich der Sänger im Kopfhörer gut hörte. Um die ursprünglichen Abmischeinstellungen zu erhalten, erstellte ich dafür wieder einen neuen Songslot. Dann aktivierte ich im Multi-Rec-Modus die jeweilige Spur zur Aufnahme und nahm die Aussteuerung auf der Rückseite des Oasys vor (optisch im Preference-Fenster), und über die Rec/Start-Buttons startete schon die Aufnahme. Die Song-Location setze ich immer auf den Startpunkt der Aufnahme, um bei den Takes schnell dort hinspringen zu können. Der Oasys speichert übrigens jeden Take separat ab – erst durch die Quittierung des Befehls „Delete unused WAV-files“ werden die nicht verwendeten Takes von der HD gelöscht.

Vintage_Corner

Musikalisch interessanter sind die Themen Über- und Unterstimmen, Effekte und Abmischung. Auch hier achteten wir darauf, dass sich der Refrain durch mehr Stimmen vom Rest abhebt. Außerdem doppelten wir die Hauptstimme im Refrain durch eine 2. Spur. In den Strophen kamen Unterstimmen nur punktuell zum Einsatz – einerseits zur Betonung einzelner Passagen und um für etwas Abwechslung zu sorgen – andererseits um zum Refrain hin aufzubauen. Stichwort „aufbauen“: in der Bridge baut sich ein insgesamt 5-stimmiger Chor auf. Hier musste ich beim Abmischen die jeweils „ältere“ Stimme etwas zurücknehmen, um es nicht zu überladen. Das geht schön über die Fader-Automation, die ich immer in eine eigene Midi-Spur aufnehme: einfach die neue Midi-Spur auf Aufnahme stellen, Aufnahme starten und Regler ziehen – schaut cool aus, wenn die LEDs die Faderbewegungen beim Abspielen dann anzeigen.

Nach der Aufnahme meinte der Sänger, dass ein paar zusätzliche Linien dem Gesamtwerk gut täten. Vor allem im Refrain war zwischen den Textpassagen immer wieder Platz – ähnlich auch in der Strophe. Ich griff diese Idee auf und sorgte so für etwas Abwechslung: Mit jeweils einem MOD7-Sound wurde eine einfache Linie in die 2. Strophe eingespielt (U-C073: The Innocence) und im 2. Refrain wurde die gesangliche Lücke für eine weitere Linie genützt (U-C068: Mostly Mellow). Letztere war gar nicht so einfach, da ja bereits ein AL1-Sound hier seine Linie zog, die noch dazu auf der Septime der E7-Auflösung endete – dem durfte ich nicht ins Gehege kommen. Diese Refrain-Linie wurde im 4. Refrain noch mit einem 3. MOD7-Sound gedoppelt (U-C062: Rain from Heaven) dessen Pan-Einstellung ich auf RND setzte.

Stichwort Pan-Einstellungen: diese werden gemeinsam mit den Effekt-Sends und Volumes im endgültigen Mix entschieden. Hauptstimmen legte ich in die Mitte, Unter- und Überstimmen etwas links oder rechts davon – je nachdem, welche Pan-Position Synth-Linien hatten. Effekte für die Sounds wurden schon bei der Soundauswahl entschieden. Für die Stimmen verwendete ich die beiden Mastereffekte (etwas Stereo Chorus und O-Verb) – aber nicht in der Bridge. Um diese auch stimmlich stärker abzusetzen kam hier ein Bi-Phaser zum Einsatz und für „Are you ready to do it“ der Guitar Amp + Cabinet, der schon für die Distortion Guitar herhalten musste. Bei der Aufnahme dieses Satzes haben wir Tränen gelacht. In meiner Demo war das zärtlich geflüstert – der Sänger hat sich für eine andere Intonation entschieden. Seine eindeutig mehrdeutige Interpretation fand ich aber so witzig, dass ich sie gerne in den finalen Mix aufnahm. Mittlerweile ist dieser Satz unser Insider-Schmäh, mit dem wir uns gegenseitig auf die Schaufel nehmen.

An diesem Punkt war ich froh, dass das Ende nahte. Wenn ich mir ansehe, wie viel Stunden in einen 4-Minuten-Song wanderten, staune ich selbst über mich, dass ich dafür die Geduld und die Motivation aufbrachte. Noch dazu, wo es eindeutig die Arbeit von Amateuren ist und nicht von jemand, der davon leben muss. Aber es machte viel Spaß und nach einer längeren Pause höre ich mir meine Stücke wieder gerne an. ;-)


Love is a verb

blogasys: Ich will nicht wissen wie viele so wie Du mit dem OASYS arbeiten. Danke für die detaillierte und interessante Beschreibung der Vorgehensweise, die mich daran erinnert wie wenig ich eigentlich vom OASYS nutze. Was gefällt Dir eigentlich besonders am OASYS?

Charlie: Der Sound ist ein Traum! Ich bin Korg wirklich dankbar, dass sie das Oasys-Konzept so weit getrieben haben. Ich kann mich heute noch lebhaft an mein erstes Anspielen erinnern. So eine Brillanz, so druckvoll - und dann wieder filigran oder mit unglaublicher Wärme, nicht einmal ein Hauch von Aliasing … ich komme heute noch ins Schwärmen!

Ein weiteres Riesenplus ist Karma. FĂĽr mich war das eine völlig neue Welt und ich kratze erst an der Oberfläche der Möglichkeiten. Anfangs war ich da ziemlich skeptisch, ob Karma fĂĽr mehr als “Andere beeindrucken” taugt. SchlieĂźlich war ich das klassische “Spur fĂĽr Spur alles selber Einspielen” gewöhnt. Aber mittlerweile erahne ich das enorme kreative Potential, dass in Karma steckt. Karma schleicht sich zunehmend in meine Kompositionen ein und entpuppte sich als eine weitere Quelle der Inspiration.

Und schließlich ist für mich auch das All-In-One-Konzept ausschlaggebend gewesen. Auch wenn der Sequencer nicht der Weisheit letzter Schluss ist: mir ist diese Variante viel lieber als gar keiner. Endlich kein PC mehr mit der Kabel, Interface und Treiber-Soße - ich will einfach Musik machen und nicht EDV-Experte werden und mich stundenlang durch Foren für irgendwelche Inkompatibilitätsprobleme wühlen. Und im Zusammenspiel mit den internen Sounds und Karma hat er ganz klar seine Vorzüge gegenüber externen Lösungen.

blogasys: die logische Folgefrage…. wo siehst Du Verbesserungspotenzial?

Charlie: Vor Cubase VST habe ich mit dem C-Lab Notator am Atari Mega ST gearbeitet. Das war ein farbloser Minibildschirm und der Rechner hatte nur 1 MB Hauptspeicher. Es war ein Vergnügen seine Midi-Aufnahmen damit zu erstellen und es lief so stabil, dass ich den Mega ST live auf der Bühne einsetzte. Kein einziges Mal gab es Probleme damit. Das war in den 80ern. Mein Traum wäre ein solches User-Interface am Oasys zu haben, mit einer über USB ansteckbaren Maus und dem üblichen Piano-Roll bzw. den Songstruktur-Balken.

Ein weiterer Wunsch wäre die restlose Beseitigung des Cancel-Bugs - wobei das letzte Update hier deutliche Verbesserung brachte. Ansonsten fehlt mir aktuell nichts - ich möchte nicht in den ĂĽblichen “Mehr! Mehr!” Chor einstimmen. Ich weiĂź, dass ich mit dem aktuellen Gerät fĂĽr meine Zwecke auf Jahre hinaus sehr gut aufgestellt bin.

blogasys: Erwägst Du weitere Anschaffungen für Dein Studio? Falls ja welche?

Charlie: Ja - ich habe mir einen 24′ iMac bestellt. Auslöser dafĂĽr ist Stephen Kays Karma Oasys Software. Eigentlich wollte ich in meinem Studio PC-frei bleiben, aber bislang ist das die einzige Möglichkeit User-GEs zu erstellen. So kann ich dann zu den jeweiligen Drum-GEs passende Bass-Phrasen generieren. AuĂźerdem erwarte ich mir ein besseres Verständnis von Karma dadurch. Ansonsten soll das Setup so schlank und einfach wie möglich bleiben.

blogasys: Vielen Dank fĂĽr das Interview !

Here are some more audio files recorded by Charlie. Probably not necessary to be mentioned, OASYS only.


Flat 2 Real


Flat 3 Real

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© all fotos by Karl Weissenboeck

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Januar 19th, 2008

blogasys - one year anniversary II

Posted in General - e/g by blogasys

faders & potis 2

It was Kevin (Nolan) with a posting at korgforums.com who inspired me to give away some sounds. So if you want to get an idea of the OASYS sounds I am using, then this PCG file can be of interest for you:

http://www.petermmahr.com/blog/downloads/BLOGASYS.PCG

The file’s size is 15.3MB, thus it can take a while depending on the traffic. All sounds are for free and you can use them - but you are doing that on your own risk.

There are not many combinations I made as this has mostly to do with the way I work and record. But there are some in USER Bank A. Most ot them are using chord progressions to give you an idea how they can sound. In case you want to use these chords for one of your tracks it would be fine if you inform me, as most of them are mine.

For the programs - I changed some of the factory programs therefore all INT program banks can be found in the above PCG. My HD-1 sounds can be heard in USER Bank A, EXis in USER Bank F. There are sounds “I” created by using Daz’ iRandom. Most if not all of them carry the “iRandom” in their names. So in a way this as a plus to the free iRandom software. Furthermore there are factory MOD-7 sounds and old DX sounds I am using for the two TX-816 combinations.

Hope you like some of them and they inspire you in making some music.

faders & potis 1

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Januar 19th, 2008

blogasys - one year anniversary

Posted in General - e/g by blogasys

blogasys_one-year

This blog exists now for the first year and - I am quite sure you won’t be surprised - therefore it is time for some general comments.

Although I like Excel - one of the two programs from Microsoft that are really worth money - I doubt that many visitors of this blog are interested in statistics. Just look at the numbers at the end of the postings and you will get an idea. One of the most viewed stories is the one contributed by Richard Courtel, aka RC. Interestingly the neuron samples and fotos obviously have been of interest as well.. at least much more then I would have expected.

If one takes into account, that this blog is not really promoted nor pushed hard in the internet, the number of different visitors is higher then my most optimistic expectations. There are only a handful of places in the internet where I posted links to this blog. But of course there is support coming from other places and this brings me now to the first “thank you” which is going mainly to the owners, but also to the members of korgforums.com, karma-lab.com, karo.com, sequencer.de and musicianslife.de.

Furthermore I would like to thank the following two gentlemen and their teams for their support - Dan Phillips, for adding the link from KORGUSER.net and Jerry Kovarsky for adding the link from Korg US.

This blog would not be what it is without the interview guests who spent a lot of time for the interviews. Last but not least there are some people who helped me a lot - these are Michael Stiedl, Kurt Ader, Oliver Rehn, Eberhard Geitz und Thilo Rex.

So lets see what 2oo8 will bring us….

peter

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Januar 13th, 2008

j u s t p i c s !

Posted in fotoblog by blogasys

j_u_s_t_p_i_c_s_!

Michael’s fotoblog - j u s t p i c s !

Fotos taken by Michael Stiedl, Ernst Hefter and myself.

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