Wer etwas zur Entstehung von KARO, der Sampleklangschmiede fĂŒr KORG’s OASYS, wissen will, dem sei das entsprechende Interview auf www.amazona.de empfohlen. Hier wollen wir uns ausschlieĂlich der KARO Grand Piano Sample Library widmen.
Blogasys: Olli und Kurt, was war fĂŒr euch der Beweggrund dieses Projekt in Angriff zu nehmen?
KARO: Die KARO Grands waren eigentlich schon vor 2 Jahren geplant, dann aber doch durch die Granular Atmospheres wieder ins Hintertreffen geraten. Nachdem in letzter Zeit öfter User wegen Top Klavieren nachgefragt hatten haben wir uns kurz entschlossen an die Arbeit gemacht und somit unser Vorhaben vor 2 Jahren in die Tat umgesetzt.
Blogasys: Wie ich den Postings auf karma-lab und im korgforum entnommen habe, ist die Auswahl stetig erweitert worden? Hat sich fĂŒr euch dieser doch betrĂ€chtliche Mehraufwand gelohnt?
KARO: Grundidee der KARO Grands waren Pianos in bester QualitĂ€t mit WĂ€rme und Ausdruck, der Mehraufwand stand zu keinem Zeitpunkt wirklich im Vordergrund. Durch unsere Kontakte in der Musikbranche konnten wir den Mehraufwand aber dennoch in einem ĂŒberschaubaren Rahmen halten.
Manuel Veronesi und Oliver Rehn, RO von KARO
Blogasys: Nun zu den Aufnahmen selbst. Wo habt ihr die unterschiedlichen FlĂŒgel aufgenommen und wer hat diese eingespielt? Vor allem interessiert mich wie ihr das Problem der vier Velocity Zonen bei den Aufnahmen, respektive beim Einspielen, gelöst habt.
KARO: Die Steinways haben wir in der Mannheimer Musikhochschule mit Manuel Veronesi aufgenommen. Den Fazioli bei einem Anwender direkt zuhause, den Bechstein und Bösendorfer in einem grossen Pianohaus. Der Einspielvorgang wurde ĂŒber eine Konstruktion mit einem aus Filz beklebten Klöppel durchgefĂŒhrt. Innerhalb der Mechanik konnten wir den Druck der auf die einzelnen Tasten wirkte zu jedem Zeitpunkt beeinflussen und so die einzelnen Velocity Stufen erzeugen. Der Samplestart und das Auslösen des Klöppels wurde ĂŒber eine von mir gebaute Elektronik mit Magnet erledigt.
Blogasys: Welches Recording Equipment kam zum Einsatz und natĂŒrlich die Frage schlechthin, wie habt ihr mikrofoniert (welche Mikrofone, wie positioniert, Direktklang / Raum, usw.)?
KARO: Wir arbeiteten mit zwei Systemen. In der Hochschule verwendeten wir das dort befindliche Studer Pult mit Lake Poeple Wandlern, bei allen anderen Recording Session setzten wir einen unserer 19â Rechner mit einem grossen Scope System (Sonic Core) ein. Bei der Mikrofonierung handelte sich zum Einen um eine A B Aufstellung fĂŒr den Raum mit Shoeps MK 20 Kugeln, zum Anderen (beim Fluegel) als Stuetze eine Kombination aus Neumann TLM 170 auf Breite Niere eingestellt um einen “warmen, flaechigen Klang” in der Stuetze zu bekommen. Zum Schluss Neumann KM 143 auch Breite Niere, weil diese Mikrophone knackig und brillant klingen. Im Pult waren die 3 Mikrophonpaare alle mit Umgehung des Poti Reglers also L R, L R, L R gesetzt. Die Aufnahme erfolgte mit 48kHz/24 bit und wurde spĂ€ter auf 48kHz/16 bit konvertiert.
Mikrofonierung
Blogasys: Ich denke in Summe kommt da einiges an Samples zusammen. Wie habt ihr das dann organisatorisch gemacht? Hat einer die Samples nachbearbeitet und der andere begonnen die Samples in den OASYS zu laden um die ersten Programs zu erstellen?
KARO: Da wir mehrere Session gemacht haben kam natĂŒrlich einiges an Material zusammen.
Es waren ca. 4000 Samples, das erfordert ein hohes MaĂ an Genauigkeit was die Archivierung betrifft. Nachgearbeitet wurden die Samples im Rechner lediglich am Startpunkt, alle anderen Parameter wurden direkt im OASYS korrigiert. Wir haben in unseren Projekten ja immer eine klare Arbeitsteilung. AuĂerhalb des OASYS arbeite ich, alle anderen Arbeiten innerhalb des OASYS erledigt Kurt. Was die Klangformung und den Eindruck der Samples betrifft arbeiten wir jedoch meistens zusammen.
Blogasys: Nochmals kurz zu den Samples, wie lange sind diese und warum habt ihr euch gegen das Loopen entschieden?
KARO: Die SamplelÀnge schwankt von 28 - 38 sec., von Loops sind wir bei einigen der ersten Tests vollkommen abgekommen, da diese in Punkto AuthentizitÀt nicht unseren Erwartungen entsprachen.
Blogasys: Das ist auch der Grund, warum eure Sounds einiges an RAM benötigen. Wie geht ein OASYS User nun am besten vor, wenn er die KARO Philharmonic und die KORG Exs3 Samples verwenden will?
KARO: Da muss ich eine klare Antwort geben, das ist zum derzeitigen Stand nicht möglich.
Man mĂŒsste eine Disk Streaming Funktion haben.
Blogasys: Warum so viele unterschiedliche FlĂŒgel?
KARO: Um jeden Geschmack anzusprechen haben wir zum Schluss doch einige Grands mehr gemacht. Es ist von Anwender zu Anwender vollkommen verschieden. Wir hatten einige Pianisten die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Jeder hatte zum Schluss seinen persönlichen Liebling gefunden.
Manuel Veronesi und Kurt Ader, KA von KARO
Blogasys: .. ich vermute jeder von euch hat zumindest einen “favourite”?
KARO: Kurt favorisiert den Bechstein und Steinway, mir gefallen der Schimmel und der Steinweg besonders. Selbst wir haben hier verschiedene GeschmÀcker.
Blogasys: Könnt ihr uns schon verraten welche Libraries als nĂ€chste Veröffentlichungen geplant sind âș?
KARO: Wir arbeiten bereits an der nÀchsten Library, welche zum Jahresanfang 2009 erscheinen wird. Um was es sich dabei handelt möchten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten.
blogasys: Charlie, kannst Du uns zu Beginn ein wenig ĂŒber Deine Person erzĂ€hlen, wie bist Du zur Musik gekommen was hast Du bisher gemacht, etc?
Charlie: Ich werde in den nĂ€chsten Wochen 40, bin glĂŒcklich verheiratet und stolzer Vater zweier Kinder. Musik ist mein liebstes Hobby. Beruflich bin ich Unternehmer und fĂŒhre einen Familienbetrieb der Baustoffe produziert.
Musik mache ich seit meiner Kindheit. Wie bei uns in Ăsterreich ĂŒblich begann das mit der Blockflöte. Und dann halt klassischer Klavierunterricht. Der hat mir aber nicht lange SpaĂ gemacht. Ich saĂ zwar am Nachmittag stundenlang vorm Klavier und spielte mit Akkorden und Linien herum - aber das Ăben fĂŒr “Elise” und “Alla Turca” war nicht meins. Als ich dann nicht mehr Unterricht nehmen wollte ĂŒberredeten mich meine Eltern auf E-Orgel umzusatteln. Das entsprach schon eher meinen Vorstellungen. Und nach einer Sparorgie leistete ich mir mit 16 meinen ersten Synthesizer: einen brandneuen Poly 800! Stundenlang schraubte ich daran herum, programmierte den Step-Sequencer und zeigte jedem stolz meine klanglichen Errungenschaften.
In der Zeit sammelte ich auch meine ersten Erfahrungen mit diversen Schulbands. Der Keyboardpark wurde laufend erweitert und schlieĂlich landete ich in einer semi-professionellen Tanzband. Wir hatten damals ein paar unĂŒbliche Ideen hinsichtlich BĂŒhnenshow, Kleidung und Programmzusammenstellung, was uns einigermaĂen bekannt und gefragt machte. Allerdings war das auch echte Arbeit und mir war klar, dass ich nach Abschluss meines Studiums damit aufhören werde. Auf Dauer wĂ€re das mit meinem Beruf nicht vereinbar gewesen und auch bei der Musik wollte ich eigene Songs komponieren anstatt nur nachzuspielen.
Eine zeitlang programmierte und verkaufte ich auch Sounds - vorwiegend fĂŒr Rolands D50. SpĂ€ter ergĂ€nzte ich meine Ausbildung noch um ein paar Jahre Jazzpiano-Unterricht. Und in den 90ern leistete ich mir einen Bösendorfer FlĂŒgel. Meine Sicht zum Thema “Ăben” hatte sich mittlerweile stark gewandelt.
blogasys: Welchen Stellenwert hat Musik fĂŒr Dich, als Konsument aber vor allem als Musiker?
Charlie: Ich liebe Musik - als Zuhörer und als Schaffender! Musik berĂŒhrt, Musik bewegt und inspiriert. Eine Welt ohne Musik wĂŒrde nicht funktionieren. Es ist ein unglaubliches GefĂŒhl, wenn Musik aus einem rausströmt. Manchmal sitze ich am Klavier, es lĂ€uft auf einmal wie von selbst und ich frag mich: “Wer spielt hier eigentlich?”
Oder auch beim Spielen mit einer Band kann es Phasen geben, wo es fast unheimlich wird. Man verschmilzt zu einem pulsierenden Klangkörper und alle inklusive dem Publikum spĂŒren es. So ein Zustand hat meditativen Charakter: wenn man beginnt darĂŒber nachzudenken schaltet sich wieder der Verstand ein und es ist weg. Musik zĂ€hlt fĂŒr mich zu den groĂzĂŒgigsten Gaben die dem Menschen zuteil wurde!
blogasys: Ich weiss ja, dass Du auch nicht eben viel Zeit zum Musizieren hast, wie bringst Du das alles eigentlich unter einen Hut?
Charlie: Das ist eine kniffilige Frage. Es geht ja nicht nur um Musik versus Beruf sondern darum, alle Lebensbereiche unter einen Hut zu bringen. Da gehört die Familie genauso dazu wie ein Minimum an Bewegung und körperlichem Ausgleich. Ich befasse mich schon viele Jahre bewusst mit diesem Thema und erlebe es evolutionĂ€r. Letztendlich heiĂt es immer wieder seine LebensprioritĂ€ten zu entscheiden, sich Ziele zu stecken, ausreichend Disziplin aufzubringen und gelegentliches Straucheln anzunehmen. Oft scheitert man ja nicht aufgrund seiner Leistungen sondern vielmehr an seinen Erwartungen.
blogasys: Welche Musik hörst Du gerne und hast Du musikalische Vorbilder? Falls ja welche und warum?
Charlie: Generell bin ich hier breit aufgestellt: Jazz, Rock, Pop, Klassik, Rap, Folk, Elektronik usw. - solange ein gewisses QualitĂ€tsniveau gegeben ist und das Hören selbst nicht anstrengend wird, bin ich dafĂŒr zu haben. Es hĂ€ngt ja auch stark von der aktuellen Stimmung ab, was man jetzt gerne hört.
Wenn man ein Vorbild nennt, dann wird man damit verglichen. Das kommt mir in meinem Fall unpassend vor, weil die Vorbilder einfach soweit ĂŒber meinen musikalischen FĂ€higkeiten stehen, dass da wenig rauskommen wird.
Aber natĂŒrlich gibt es einige KĂŒnstler, die mich besonders faszinieren. Bspw. Donald Fagen, Tears For Fears, Judith Owen, Joe Sample, Nils Landgren oder The Rippingtons. Und in meiner Jugend waren Toto, Level 42, Prince, The Alan Parsons Project und Pink Floyd meine Favoriten. Meine aktuellen Lieblingssongs sind “Shadow” von Beady Belle und “When it falls” von Zero 7.
blogasys: Lass uns nun auf die Seite des Schaffenden wechseln - kannst Du uns einen Einblick in Deine Arbeitsweise und das dazu verwendete Equipment gewÀhren?
Charlie: Aktuell ist bei mir Songwriting angesagt. Nach jahrelanger Instrumentalmusik und meiner wachsenden Unzufriedenheit mit der ĂŒblichen Textkost einerseits, und vielleicht auch einer etwas gereifteren Lebenseinstellung andererseits, brennt mir das Songwriting schon seit Jahren unter den NĂ€geln.
Ich beginne mit der Entscheidung, zu welchem Thema ich einen Song schreiben möchte. Dann sammle ich Input dazu - aus BĂŒchern, dem Internet, persönlichen GesprĂ€chen, Notizen usw. - bis ich fĂŒhle das Thema klar zu haben. Dann entscheide ich, was davon in den Text verpackt werden soll und schreibe ihn. SpĂ€testens zu diesem Zeitpunkt versteht man, warum viele Texte so dĂŒnn ausfallen: es kann schon eine Weile dauern, bis man etwas geschrieben hat, das das Beabsichtigte vermittelt, einem Songaufbau entspricht und sich reimt.
Meist entstehen schon beim Texten erste Ideen fĂŒr Melodien und Harmonien. Die werden dann am Klavier oder am Oasys ausprobiert. Oft erstelle ich hier auch verschiedene Varianten, um ein GefĂŒhl zu entwickeln, was am besten passt. Beim Ausprobieren am Oasys können dabei erste Soundideen auftauchen. Oft muss man in dieser Phase den Text anpassen - vielleicht war er zu lang oder zu kurz, oder eine Wortfolge will sich einfach nicht mit einer Melodie vertragen usw.
Sind Melodie und Harmonien klar geht es ans Arrangieren. Das passiert am Oasys. Hier gibt es einen breiten Bogen an Zugangsmöglichkeiten - vom spurweisen hÀndischen Einspielen bis zur voll karmafizierten Aufnahme, wo man nur mehr Pads programmiert und Karmaphrasen verbiegt. Beim Oasys kann man hier wirklich aus dem Vollen schöpfen!
Wieder, immer wieder
Das tote Pferd
Wenn das Playback fertig ist singe ich die wichtigsten Audiospuren fĂŒr meine SĂ€nger ein. Dann wird das wav-file erstellt und der SĂ€nger bekommt ein mp3-Demo fĂŒr seine Vorbereitung. Dann wird der richtige Gesang Spur fĂŒr Spur aufgenommen. Hier gibt es auch immer wieder Feedback vom SĂ€nger, das ich gerne aufgreife. Es werden andere Sounds probiert, Linien eingefĂŒgt oder weggelassen usw. Nach ein paar Tagen Pause wird fertig abgemischt und das endgĂŒltige wav/mp3-File erstellt. Meistens habe ich das dann schon so oft gehört, dass ich mich ehrlich auf den nĂ€chsten Song freue!
Mein tatsĂ€chlich verwendetes Equipment ist also sehr schlank: Oasys 88, Genelec Monitore, gutes AKG-Micro + Kopfhöhrer - mehr brauche ich nicht. FrĂŒher arbeitete ich mit Cubase VST und zahlreichen externen GerĂ€ten. Heute bin ich froh, dass die gewĂŒnschte Vereinfachung letztendlich auch umsetzbar war. Der Weg dorthin war jedoch nicht immer einfach - Stichwort: Sequencer.
blogasys: Du zĂ€hlst ja zu der nicht eben groĂen Zahl an OASYS Usern die sich mit dem internen Sequenzer auseinander gesetzt haben. Was sind denn da Deine bisherigen Erfahrungen?
Charlie: Kurz: mĂŒhsamer Start, wenn man von einer ĂŒblichen DAW kommt - und irgendwann ging dann doch alles relativ locker. Ich bin aber kein Profi und möchte mir deshalb kein umfassendes Urteil im Vergleich zu anderen Sequencern und DAWs anmaĂen. FĂŒr meine Zwecke passt es nunmehr bestens und ich genieĂe die All-In-One-Lösung. Ich kann alles damit machen, was ich bei der laufenden Arbeit brauche. Und wenn ich mal bei einem Spezialthema anstehe, dann gibt es hilfreiche Leute im Korg-Forum, die einem weiterhelfen. An der Stelle möchte ich auch ausdrĂŒcklich Mike Conway danken. Er hat mir die Lernstrecke mit seinen BeitrĂ€gen dramatisch verkĂŒrzt.
blogasys: Lass uns vielleicht anhand Deines aktuellen Tracks “love is a verb” ein wenig ĂŒber Deine Arbeitsweise sprechen? Nachdem Du also den Text fertig hast und mit Melodie sowie Harmonien beginnst geht es an den OASYS, was dann?
Charlie: Lass mich vorher noch ein paar Worte zum Entstehen der Songidee und des Textes sagen. Auslöser war hier der SĂ€nger. Der meinte, dass er lieber Englisch singt als Deutsch. Also schrieb ich einen englischen Text, was mir ohnehin ins Konzept passte, weil ich Mundart, Hochdeutsch und Englisch beim Songwriting ausprobieren wollte â Englisch fehlte mir noch in meiner Sammlung.
Die Inspiration zum Text stammte aus einem Buch von Stephen R. Covey, der mit seinen â7 Habitsâ bekannt wurde. Mir gefiel die Idee mehr Aufmerksamkeit auf das âLiebenâ zu legen (im Sinn von aktiv liebend Handeln) anstatt auf das daraus folgende GefĂŒhl âLiebeâ. In jungen Beziehungen passiert das intuitiv: man ist aufmerksam, unterstĂŒtzt, hört zu, bemĂŒht sich zu verstehen, kommt entgegen, gibt ohne Gegenleistung zu erwarten â kurz: man versteht und lebt Liebe als Verb und erfĂ€hrt das wunderschöne GefĂŒhl âLiebeâ als Folge seines Tuns. Ăber die Jahre beklagt so mancher den Verlust des GefĂŒhls der Liebe und ĂŒbersieht dabei, dass er quasi einen Lohn erwartet, ohne etwas Nennenswertes dafĂŒr zu tun.
blogasys: … gut beobachtet!
Charlie: Harmonien und Melodie des Refrains standen weitgehend schon fest, bevor ich mit dem Texten begonnen hatte. Sie hatten sich beim Herumspielen mit Karo-Stringsounds ergeben.
blogasys: Da werden sich Kurt und Olli sicher drĂŒber freuen das zu lesen! Aber sorry fĂŒr die Unterbrechung….
Charlie: Lediglich der Schlussakkord war offen geblieben. Die Auflösung in E7 wurde spĂ€ter noch eifrig mit dem SĂ€nger diskutiert, der meinte: âDas klingt so, als möchte man krampfhaft etwas anders machen.â Letztendlich blieb es dabei â wenn man es oft genug hörte, gewöhnte man sich daran. Die Strophe griff einige Akkorde des Refrains auf und deren Melodie war bewusst etwas tiefer angelegt, um spĂ€ter ausreichend Steigerung mit dem Refrain zu bieten. Die Bridge nach dem 2. Refrain wurde harmonisch simplifiziert und von allen Additionen befreit. So blieb reichlich Platz fĂŒr den sich aufbauenden Chor.
Als Harmonien und Melodien von Refrain und Strophe halbwegs klar waren, begann ich mit dem Arrangement. Wichtig war dabei die Songstimmung, die einerseits durch Harmonien + Melodien und andererseits durch den Sound geprĂ€gt wird. Sollte es eher dicht und opulent, oder fragil und fein, oder derb und laut etc. klingen? Auch wenn ich dazu konkrete Vorstellungen habe, experimentiere ich noch gerne herum. Dazu lud ich verschiedene Lead-Factory-Combis in den Sequencer, belegte die Pads mit den Akkorden des Refrains, schaltete Karma ein und nahm einige Varianten auf. Das war einfach und vertiefte das GefĂŒhl fĂŒr Sound, Tempo und Stimmung des Songs. Die tatsĂ€chlich verwendeten Sounds sind in der Regel andere als in den Combis, die oft einen gewissen âShow-Faktorâ im Klang eingebaut haben â ich brauche aber keinen Show-Sound sondern ein Playback fĂŒr Gesang! Aber Stimmung und Tempo wurden durch die Varianten rasch klar und es machte SpaĂ, einen Refrain in verschiedenen Stilen zu erstellen.
Als nĂ€chstes wurden die einzelnen Parts arrangiert und aufgenommen. Meist beginne ich mit dem Refrain, der in der Regel am stĂ€rksten besetzt ist â also volle Instrumentierung und höchster Pegel im Song. Die anderen Parts leiten sich davon ab und sind mehr oder weniger abgespeckt. Ich begann mit der Drum-Track. Bei Love is a verb wurde diese erstmals mit Hilfe von Karma erstellt. Im Program-Browser hörte ich mir die verschiedenen Drumsets mit Karma durch, bis ich ein zur angestrebten Stimmung passendes Set gefunden hatte (I-D052: Nu Style Kit). Das wurde inklusive Effekten in den Sequencer kopiert und dort der passende Karma-GE entschieden. Von den 5 mitkopierten Effekten braucht man meist nur 2-3. Durch An- und Ausschalten der Einzeleffekte fand ich heraus, welche das waren und sparte mir so IFXs fĂŒr andere Sounds und Audio-Tracks â der MenĂŒbefehl âDrumkit IFX Patchâ leistet hier gute Dienste. Dann wurde die Karma-Phrase mit den Realtime-Controllern verbogen und alle geeigneten Varianten als separate Scenes abgespeichert. So entstand ein grobes Drum-GerĂŒst fĂŒr den Refrain und die anderen Parts. Ich war ĂŒberrascht, wie einfach das ging.
Danach kam der Bass dazu. Auch hier wollte ich Karma nĂŒtzen â scheiterte aber an meinem Anspruch, dass die Bass-Phrase sehr nahe beim Rhythmus sein sollte â also zB. gleiche Akzente bei Bass und Bass-Drum. Es gibt zwar viele Bass-GEs, aber bis man einen findet, der sowohl rhythmisch als auch harmonisch zur Vorgabe passt â naja ⊠diese Aufgabe wird fĂŒr mich erst durch User-GEs befriedigend lösbar sein. Also wurde der Bass klassisch von Hand eingespielt. Ich wollte hier einen akustischen Sound haben â quasi als natĂŒrliche ErgĂ€nzung zum modernen Drumsound, weshalb die Wahl auf einen STR1-Sound fiel (U-E053: Solo NoisY A.Bass).
Weiter ging es mit den Chords. ZunĂ€chst setzte ich rhythmische Akzente mit einem AL1-Sound, der ein Stereo-Delay verwendet (I-F096: Uniformity) und jeweils nur zum Akkordwechsel kurz angeschlagen wurde â das Delay erledigte den Rest sauber im Takt. Als verbindendes Element sollte ursprĂŒnglich nur eine feine Linie dienen - ebenfalls ein AL1-Sound (U-F080: Aromatherapy) - der als Motionsynth auch Leben in sich hat. Im Intro hört man diesen Soundmix recht gut. SpĂ€ter stellte sich heraus, dass der Refrain in den Mitten noch mehr FĂŒlle brauchte, um ausreichend Steigerung zur Strophe zu bieten, weshalb der Padsound der Strophe auch in den Refrain ĂŒbernommen wurde. Hier kam aus der LAC ein Polysix-Sound zum Einsatz (U-D035: Healing Pad), der mit liegenden Akkorden einen schönen Klangteppich bildete. Die meisten meiner Sounds finde ich ĂŒber die Kategoriefunktion des Programbrowsers â der ist ein wahrer Segen um aus den unzĂ€hligen KlĂ€ngen rasch potentielle Kandidaten herauszufiltern!
Nun zur Strophe. Jeder Songpart kommt bei mir in einen eigenen Songslot. Ich kopierte alle bisher getroffenen Sound- und Effekteinstellungen aus dem Refrainslot in den neuen Strophenslot. Das mache ich so fĂŒr jeden neuen Part, damit ich durchgehend zusammenpassende Einstellungen inkl. aller Karmamodule und Padbelegungen erhalte. Die Strophe ist zu Beginn extrem spartanisch â einfachster Bass, Bassdrum + Snare und der Padsound lassen viel Platz fĂŒr Steigerungen bis zum Refrain hin. Hier kamen auch 2 weitere Sounds ins Spiel: ein reduzierter AL1-Leadsynth (I-F008: ooWEEoo/Vox) fĂŒr Akkordzerlegungen im 2. Teil der Strophe, sowie eine HD1-Bell (I-A015: Bright Waveseq Bell) im 3. Teil, der auch mit mehr Tempo die Akkorde wechselt. Gemeinsam mit den Drums baut sich so die Stophe zum Refrain hin auf und wird immer âvollerâ.
Nachdem ich das bisher Geschaffene in einem weiteren Songslot zusammengefĂŒgt, durchgehört und fĂŒr gut genug befunden hatte, wurden die verbleibenden Songparts arrangiert. Aus dem Refrain ohne Padsound und mit stark reduzierten Drums wurde das Intro. Statt eines Fadeouts wollte ich ein âOutroâ. Dort durfte der Bass den diskutierten E7-Akkord aufgreifen und mit einem kleinen Pitchbend gemeinsam mit der HD1-Bell ausklingen. Fehlte nur noch die Bridge zwischen 2. und 3. Refrain. Die sollte sich soundmĂ€Ăig deutlich vom Bisherigen abheben. So wurde bei den Drums neben einem anderen Rhythmus auch das Bending in Karma aktiviert (und spĂ€ter invertiert), der Bass steigt auf den anderen Rhythmus ein und ein weiterer AL1-Sound kommt dazu (U-F076: WindSong) der fĂŒr etwas mehr Schmutz durch einen âGuitar Amp Model + Cabinetâ Effekt geschickt wurde. Und danach kam noch eine Distortion Guitar dazu â ein STR1-Sound (U-E037: Dist.Feedback Guitar), der den Stimmungswandel tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzte. Zum Schluss der Bridge durften die Drums noch mal ordentlich aufgeigen â eine weitere Karma-Scene â bevor die Hihat und der AL1 alleine ĂŒbrig blieben. So wird kurz verschnauft, bevor der Refrain wieder mit voller Instrumentierung einsetzt.
Nachdem alle Songparts in einem weiteren Songslot zusammengefĂŒgt und bei allen ĂbergĂ€ngen auf einer eigenen Midi-Spur hĂ€ndisch Drumfills eingespielt waren, nahm ich eine grobe Bearbeitung der Volumes, Equalizer und Effekteinstellungen vor. Die endgĂŒltige Abmischung kann ich erst gemeinsam mit dem Gesang vornehmen. Womit wir bei den Audio-Tracks angelangt sind. Ich habe hier das groĂe GlĂŒck nette Freunde zu haben, die sich als âOpferâ fĂŒr meine Musik zur VerfĂŒgung stellen. Niemand von denen ist ein Profi und die Zeit neben Beruf und Familie knapp. Bei einem guten Glaserl Wein wird Spur um Spur aufgenommen. Selten brauchen wir mehr als 3 Takes und der SpaĂ steht im Vordergrund.
Technisch war das einfach. Wichtig ist die âTakt-Listeâ, wo ich sofort sehe, welcher Songpart bei welchem Takt beginnt. Das spart Zeit beim Aufnehmen. Die Volumes der Midi-Tracks waren um ca. 50% zu reduzieren und jene der Audio-Tracks voll aufzudrehen, damit sich der SĂ€nger im Kopfhörer gut hörte. Um die ursprĂŒnglichen Abmischeinstellungen zu erhalten, erstellte ich dafĂŒr wieder einen neuen Songslot. Dann aktivierte ich im Multi-Rec-Modus die jeweilige Spur zur Aufnahme und nahm die Aussteuerung auf der RĂŒckseite des Oasys vor (optisch im Preference-Fenster), und ĂŒber die Rec/Start-Buttons startete schon die Aufnahme. Die Song-Location setze ich immer auf den Startpunkt der Aufnahme, um bei den Takes schnell dort hinspringen zu können. Der Oasys speichert ĂŒbrigens jeden Take separat ab â erst durch die Quittierung des Befehls âDelete unused WAV-filesâ werden die nicht verwendeten Takes von der HD gelöscht.
Musikalisch interessanter sind die Themen Ăber- und Unterstimmen, Effekte und Abmischung. Auch hier achteten wir darauf, dass sich der Refrain durch mehr Stimmen vom Rest abhebt. AuĂerdem doppelten wir die Hauptstimme im Refrain durch eine 2. Spur. In den Strophen kamen Unterstimmen nur punktuell zum Einsatz â einerseits zur Betonung einzelner Passagen und um fĂŒr etwas Abwechslung zu sorgen â andererseits um zum Refrain hin aufzubauen. Stichwort âaufbauenâ: in der Bridge baut sich ein insgesamt 5-stimmiger Chor auf. Hier musste ich beim Abmischen die jeweils âĂ€ltereâ Stimme etwas zurĂŒcknehmen, um es nicht zu ĂŒberladen. Das geht schön ĂŒber die Fader-Automation, die ich immer in eine eigene Midi-Spur aufnehme: einfach die neue Midi-Spur auf Aufnahme stellen, Aufnahme starten und Regler ziehen â schaut cool aus, wenn die LEDs die Faderbewegungen beim Abspielen dann anzeigen.
Nach der Aufnahme meinte der SĂ€nger, dass ein paar zusĂ€tzliche Linien dem Gesamtwerk gut tĂ€ten. Vor allem im Refrain war zwischen den Textpassagen immer wieder Platz â Ă€hnlich auch in der Strophe. Ich griff diese Idee auf und sorgte so fĂŒr etwas Abwechslung: Mit jeweils einem MOD7-Sound wurde eine einfache Linie in die 2. Strophe eingespielt (U-C073: The Innocence) und im 2. Refrain wurde die gesangliche LĂŒcke fĂŒr eine weitere Linie genĂŒtzt (U-C068: Mostly Mellow). Letztere war gar nicht so einfach, da ja bereits ein AL1-Sound hier seine Linie zog, die noch dazu auf der Septime der E7-Auflösung endete â dem durfte ich nicht ins Gehege kommen. Diese Refrain-Linie wurde im 4. Refrain noch mit einem 3. MOD7-Sound gedoppelt (U-C062: Rain from Heaven) dessen Pan-Einstellung ich auf RND setzte.
Stichwort Pan-Einstellungen: diese werden gemeinsam mit den Effekt-Sends und Volumes im endgĂŒltigen Mix entschieden. Hauptstimmen legte ich in die Mitte, Unter- und Ăberstimmen etwas links oder rechts davon â je nachdem, welche Pan-Position Synth-Linien hatten. Effekte fĂŒr die Sounds wurden schon bei der Soundauswahl entschieden. FĂŒr die Stimmen verwendete ich die beiden Mastereffekte (etwas Stereo Chorus und O-Verb) â aber nicht in der Bridge. Um diese auch stimmlich stĂ€rker abzusetzen kam hier ein Bi-Phaser zum Einsatz und fĂŒr âAre you ready to do itâ der Guitar Amp + Cabinet, der schon fĂŒr die Distortion Guitar herhalten musste. Bei der Aufnahme dieses Satzes haben wir TrĂ€nen gelacht. In meiner Demo war das zĂ€rtlich geflĂŒstert â der SĂ€nger hat sich fĂŒr eine andere Intonation entschieden. Seine eindeutig mehrdeutige Interpretation fand ich aber so witzig, dass ich sie gerne in den finalen Mix aufnahm. Mittlerweile ist dieser Satz unser Insider-SchmĂ€h, mit dem wir uns gegenseitig auf die Schaufel nehmen.
An diesem Punkt war ich froh, dass das Ende nahte. Wenn ich mir ansehe, wie viel Stunden in einen 4-Minuten-Song wanderten, staune ich selbst ĂŒber mich, dass ich dafĂŒr die Geduld und die Motivation aufbrachte. Noch dazu, wo es eindeutig die Arbeit von Amateuren ist und nicht von jemand, der davon leben muss. Aber es machte viel SpaĂ und nach einer lĂ€ngeren Pause höre ich mir meine StĂŒcke wieder gerne an.
Love is a verb
blogasys: Ich will nicht wissen wie viele so wie Du mit dem OASYS arbeiten. Danke fĂŒr die detaillierte und interessante Beschreibung der Vorgehensweise, die mich daran erinnert wie wenig ich eigentlich vom OASYS nutze. Was gefĂ€llt Dir eigentlich besonders am OASYS?
Charlie: Der Sound ist ein Traum! Ich bin Korg wirklich dankbar, dass sie das Oasys-Konzept so weit getrieben haben. Ich kann mich heute noch lebhaft an mein erstes Anspielen erinnern. So eine Brillanz, so druckvoll - und dann wieder filigran oder mit unglaublicher WĂ€rme, nicht einmal ein Hauch von Aliasing … ich komme heute noch ins SchwĂ€rmen!
Ein weiteres Riesenplus ist Karma. FĂŒr mich war das eine völlig neue Welt und ich kratze erst an der OberflĂ€che der Möglichkeiten. Anfangs war ich da ziemlich skeptisch, ob Karma fĂŒr mehr als “Andere beeindrucken” taugt. SchlieĂlich war ich das klassische “Spur fĂŒr Spur alles selber Einspielen” gewöhnt. Aber mittlerweile erahne ich das enorme kreative Potential, dass in Karma steckt. Karma schleicht sich zunehmend in meine Kompositionen ein und entpuppte sich als eine weitere Quelle der Inspiration.
Und schlieĂlich ist fĂŒr mich auch das All-In-One-Konzept ausschlaggebend gewesen. Auch wenn der Sequencer nicht der Weisheit letzter Schluss ist: mir ist diese Variante viel lieber als gar keiner. Endlich kein PC mehr mit der Kabel, Interface und Treiber-SoĂe - ich will einfach Musik machen und nicht EDV-Experte werden und mich stundenlang durch Foren fĂŒr irgendwelche InkompatibilitĂ€tsprobleme wĂŒhlen. Und im Zusammenspiel mit den internen Sounds und Karma hat er ganz klar seine VorzĂŒge gegenĂŒber externen Lösungen.
blogasys: die logische Folgefrage…. wo siehst Du Verbesserungspotenzial?
Charlie: Vor Cubase VST habe ich mit dem C-Lab Notator am Atari Mega ST gearbeitet. Das war ein farbloser Minibildschirm und der Rechner hatte nur 1 MB Hauptspeicher. Es war ein VergnĂŒgen seine Midi-Aufnahmen damit zu erstellen und es lief so stabil, dass ich den Mega ST live auf der BĂŒhne einsetzte. Kein einziges Mal gab es Probleme damit. Das war in den 80ern. Mein Traum wĂ€re ein solches User-Interface am Oasys zu haben, mit einer ĂŒber USB ansteckbaren Maus und dem ĂŒblichen Piano-Roll bzw. den Songstruktur-Balken.
Ein weiterer Wunsch wĂ€re die restlose Beseitigung des Cancel-Bugs - wobei das letzte Update hier deutliche Verbesserung brachte. Ansonsten fehlt mir aktuell nichts - ich möchte nicht in den ĂŒblichen “Mehr! Mehr!” Chor einstimmen. Ich weiĂ, dass ich mit dem aktuellen GerĂ€t fĂŒr meine Zwecke auf Jahre hinaus sehr gut aufgestellt bin.
blogasys: ErwĂ€gst Du weitere Anschaffungen fĂŒr Dein Studio? Falls ja welche?
Charlie: Ja - ich habe mir einen 24′ iMac bestellt. Auslöser dafĂŒr ist Stephen Kays Karma Oasys Software. Eigentlich wollte ich in meinem Studio PC-frei bleiben, aber bislang ist das die einzige Möglichkeit User-GEs zu erstellen. So kann ich dann zu den jeweiligen Drum-GEs passende Bass-Phrasen generieren. AuĂerdem erwarte ich mir ein besseres VerstĂ€ndnis von Karma dadurch. Ansonsten soll das Setup so schlank und einfach wie möglich bleiben.
blogasys: Vielen Dank fĂŒr das Interview !
Here are some more audio files recorded by Charlie. Probably not necessary to be mentioned, OASYS only.
Frank KleinwĂ€chter alias âautomixâ ist der vierte deutschsprachige Interviewpartner auf blogasys. Schon alleine die Tatsache, dass Frank einen Chapman Stick spielt hat meine Neugierde geweckt….
blogasys: Frank wie bist Du zur Musik gekommen und warum hast Du beschlossen selbst Musik zu komponieren?
FK: Ich denke mein Einstieg ins Musikmachen deckt sich mit dem vieler Musiker meines Jahrgangs. Ich bin Baujahr 1960 und habe Anfang der siebziger Jahre meine ersten musikalischen Gehversuche mit Gitarre und Bass gemacht. Zu dieser Zeit waren elektronische Klangerzeuger entweder noch nicht verfĂŒgbar oder von Hobby-Musikern nicht zu bezahlen. Damit war eigentlich auch schon die Musikrichtung vorgegeben. Die Beatles, Stones, Hollies, Lords, eben gitarrrenlastige Bands waren meine klaren Favoriten. Schule aus, ab in den Keller, altes Röhrenradio als VerstĂ€rker missbraucht und um vier Uhr morgens leise ins Bett geschlichen, damit die Eltern nicht wach werden. So in etwa war mein damaliger Tagesablauf. Da unsere “Band” nur aus zwei Personen bestand, musste jeder mehrere Parts ĂŒbernehmen. Ich fĂŒr meinen Teil spielte Gitarre, maltrĂ€tierte mit dem linken FuĂ eine Bassdrum, mit dem rechten FuĂ ein Tambourin, und sang dazu. Wir haben in der Zeit Unmengen an Songs geschrieben, die ich heute, nachdem mich das Arbeitsleben meiner KreativitĂ€t beraubt hat, gerne noch einmal hören wĂŒrde :).
blogasys: Wie ging es weiter?
FK: Dann kam die Zeit der “Volkssynthesizer”, in meinem Fall der Korg MS 20 und ein Crumar Performer. Viele Drehregler, blinkende Birnchen und nie gehörte KlĂ€nge. Das war alles sehr aufregend und neu. Synthetische KlĂ€nge kombiniert mit Gitarre, dazu ein bisschen Geklopfe von einem Orgel-RhytmusgerĂ€t, was sollte danach noch kommen ?! Unglaublich, wie viel SpaĂ wir in dieser Zeit hatten. Wir haben immer gespielt. WĂ€hrend andere Bands an ihren StĂŒcken gefeilt haben um sie zu perfektionieren, hieĂ es bei uns immer nur lass uns nicht lange reden sondern machen. Hatten wir gerade einen neuen ” Hammerhit ” fertig, war er schon wieder langweilig und der nĂ€chste musste her. Frei nach dem Motto ” der Weg ist das Ziel “.
blogasys: …. wie war das mit dem Chapman Stick?
FK: Ende der siebziger Jahre hatte ich dann auf der Frankfurter Musikmesse ein SchlĂŒsselerlebnis. Da steht so ein Typ an seinem kleinen Stand (ich glaube es war Emmett Chapman persönlich) und spielte auf einem Holzbrett mit vielen Saiten gleichzeitig Bass und Sologitarre. Wow. Das war es was ich brauchte. UnglĂŒcklicherweise hĂ€tte ich mindestens eine Niere und ein StĂŒck meiner Leber verkaufen mĂŒssen um auch nur annĂ€hernd an den Betrag, der fĂŒr den Erwerb dieses Instrumentes erforderlich gewesen wĂ€re, zu kommen. Damit war das Ding unerreichbar fĂŒr mich und wurde erstmal tief in meinem Unterbewusstsein begraben. In den Jahren darauf habe ich dann als Drummer und SĂ€nger in Oldiebands viele Gigs gespielt und nebenbei fĂŒr den Ego-Trip ein kleines Homestudio eingerichtet. Den Stick habe ich aber wĂ€hrend der ganzen Zeit nie komplett aus den Augen verloren. Mittlerweile besitze ich einen midifizierten Chapman-Stick aus Carbon, der neben dem Oasys mein absolutes Lieblingsinstrument ist.
blogasys: Kannst Du vielleicht kurz den Chapman Stick und die spezielle Art ihn zu spielen beschreiben?
FK: Der Stick ist ein zehn- oder zwölfsaitiges Instrument, das durch Tappen auf den Saiten gespielt wird. Soll heiĂen man schrammelt nicht sondern klopft auf dem Ding herum. Der Vorteil ist man hat beide HĂ€nde zum Spielen frei und muss nicht wie bei der Gitarre eine Hand dazu benutzen die Saiten in Schwingung zu bringen. Das gibt einem die Möglichkeit Bass, Begleitung und Solo gleichzeitig zu spielen. Den Stick bekommt man in unterschiedlichen Materialien und Tunings. Leider existiert kein deutscher Vertrieb, sodass einem nichts anderes ĂŒbrig bleibt als direkt bei Emmett Chapman (dem Erfinder) in Amerika zu bestellen. Ich habe auf www.mediamax.com/automix drei kurze Demos hinterlegt, die live eingespielt sind und somit ganz gut die Spieltechnik zeigen. Auf der Seite www.stick.com kann man sich ausfĂŒhrlich ĂŒber dieses Instrument informieren.
blogasys: Welche Musiker haben Dich beeinflusst und warum?
FK: Als erstes wĂŒrde ich eindeutig die Beatles nennen. Geniale Akkordfolgen und schöner Satzgesang, das waren und sind fĂŒr mich Bauteile, auf die es in der Musik ankommt. Ăber die Jahre hinweg sind allerdings viele andere Musiker und Bands wie z.B. Deep Purple, Pink Floyd, Udo Lindenberg, Queen, Johann Sebastian Bach usw. dazugekommen. Damit ich nicht aus der Rolle falle und die Tradition deiner bisherigen Interviewpartner fortfĂŒhre, sei natĂŒrlich auch Depeche Mode genannt, die wie ich finde nie besser waren als heute. Ich glaube jeder wird in irgendeiner Form von der Musik “Seiner” Zeit geprĂ€gt. Das macht es wahrscheinlich auch so schwierig sich auf Neues einzulassen. Wenn ich mir meine letzten CD KĂ€ufe so anschaue, muss ich feststellen, dass ein GroĂteil davon Oldies sind. Das heiĂt ja nicht automatisch, dass jetzt keine gute Musik mehr gemacht wird. Die Musik heute transportiert nur eine andere Message.
blogasys: Sehe ich Ă€hnlich und was Depeche Mode betrifft so ist “Ultra” fĂŒr mich mit Abstand deren bester Release. Welche Musik hörst Du zurzeit und was macht diese interessant fĂŒr Dich?
FK: Ich höre alles auĂer Volksmusik. Jede Musikrichtung hat ihre Reize und Lerneffekte. Vor 30 Jahren hĂ€tte ich mir niemals vorstellen können, dass ich einmal ein Fan von Jazz oder klassischer Musik sein wĂŒrde. Ich hĂ€tte mir auch nicht vorstellen können, dass ich meiner Tochter Daniela bei der Interpretation eines zeitgenössischen StĂŒckes auf der Mandoline lauschen wĂŒrde. All diese Dinge tue ich heute und entdecke immer wieder Neues und Spannendes in der Musik. Ăberhaupt ist es unglaublich erfrischend wenn man sieht wie unbefangen und experimentierfreudig auch die heutige Generation junger Musiker an das Thema Musik herangeht. Eine Zeit lang hatte ich die BefĂŒrchtung, dass wir nur noch von einer Castingwelle zur nĂ€chsten schwappen und die Produzenten uns mit ihren Sing-Klonen quĂ€len wĂŒrden. Doch mittlerweile sehe ich, dass sich neben den BohlenquĂ€kern ein grundsolides Fundament neuer Bands bildet, denen es erstmal wichtig ist ihr Ding durchzuziehen. Das tut gut und wird beweisen, dass sich nur die Musiker lange am Markt behaupten können, die es ehrlich mit ihrer Musik meinen.
blogasys: Nun zu Deiner Musik, was waren Deine letzten Projekte und gibt es ein aktuelles Projekt an dem Du arbeitest?
FK: Es gibt keine Projekte im eigentlichen Sinn. Ich war und bin immer Freizeitmusiker gewesen, das aber mit Herz und Seele. Ich kenne (fast) nur zwei ZustĂ€nde: Entweder ich arbeite, (womit ich leider viel zu viel Zeit verbringe), oder ich mache Musik. Dabei kann es sein, dass ich trommle, Keyboard, Stick, oder Gitarre spiele, dass ich singe oder anders GerĂ€usche produziere. Dabei bin ich weit davon entfernt richtig gut zu sein, aber ich mache Musik und das ist es was meiner Meinung nach zĂ€hlt. Jedenfalls fĂŒr mich. Ich bin heute an einem Punkt angelangt, wo es mir nur noch darum geht, wie viel ich fĂŒr mich selbst aus meiner Musik ziehen kann und wo es weniger darum geht anderen zu gefallen. Diese Freiheit hat man aber nur wenn man nicht von seiner Musik leben muss. Ich bin nicht ehrgeizig in Bezug auf Musik, sondern verliebt.
Leider fĂŒhrt diese Einstellung aber auch dazu, dass man keine greifbaren Ergebnisse mehr produziert. So ist es mir in den letzten Jahren nicht mehr gelungen Songs wirklich fertig zu stellen und diese dann auch vernĂŒnftig aufzunehmen. Die Idee ist da, es entstehen Fragmente, aber es fehlt mir ein wenig die Energie daraus etwas Fertiges zu machen. Ich denke, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin. Vermutlich geht es vielen Musikern so, was auch der Grund dafĂŒr sein dĂŒrfte, dass alle auf der Suche nach dem ultimativen Werkzeug sind. Denn wenn wir mal ehrlich sind stellt sich doch die Frage, brauchen wir denn wirklich noch das fĂŒnfte Hall Plug In oder den jetzt aber ultimativen 303 Emulator ?!
blogasys: Welches Equipment hast Du eingesetzt und was sind Deine Lieblingsâwerkzeugeâ im Studio?
FK: Da ich ja weiĂ, dass du ein bekennender Fan der Korg Wavedrum bist…
blogasys: In der Tat!
…sollte ich damit vielleicht anfangen. Die Trommel ist immer fĂŒr abgedrehtes Klangmaterial gut. Ich verfĂŒge auch noch ĂŒber den passenden RE1 Editor und somit lassen sich schön lebendige Sounds programmieren. Schade ist nur, dass man die Wavedrum nicht ĂŒber ein Midikeyboard ansprechen kann, obwohl In, Out und Thrue Buchsen auf der RĂŒckseite zur VerfĂŒgung stehen. Um gleich in der Drumabteilung zu bleiben, wĂ€re da noch mein Handsonic von Roland zu nennen, an das ich ein Kick und HiHat Pedal angeschlossen habe und somit ein komplettes Drumkit spielen kann. Die von mir am meisten genutzten Gitarren, sind auf der elektrischen Seite eine alte Framus und fĂŒr die Akustik eine Ovation Elite. Synthesizer benutze ich natĂŒrlich auch. Hier seien neben dem Oasys mein MS 20, Technics WSA 1 , Wavestation A/D, Deep Bass Nine und meine Roland Gitarrensynth genannt. FĂŒr die Stimme benutze ich ein Voicelive von TC-Helicon zusammen mit einem T-Bone Röhrenmikrofon.
blogasys: Was war fĂŒr Dich ausschlaggebend Dir einen OASYS zu kaufen?
FK: Ganz klar das All-In-One Konzept. Der Wunsch alles in einem GerĂ€t zu haben verfolgt mich schon so lange wie ich Musik mache. Ich habe ja die Entwicklung der Musikelektronik von Anfang an miterlebt und versprochen wurde uns Musikern schon viel was in diese Richtung ging. Ich denke, der Oasys ist nahe dran diese Versprechen einzulösen. Ich bin auch gerade dabei mein GerĂ€tepark StĂŒck fĂŒr StĂŒck abzubauen, damit ich nicht immer wieder von dem ganzen Zeug abgelenkt werde. Mit dem O und ein kleines bisschen zusĂ€tzlich lĂ€sst sich glaube ich ganz hervorragend Musik machen. Die Konzentration auf das Wesentliche ist meiner Ansicht nach ein ganz wichtiger Punkt beim Musizieren. Was man braucht sind ein paar amtliche Sounds, die Möglichkeit das Ganze mit analogen Audiosignalen zu kombinieren und ein Platz an dem alles zusammengefĂŒhrt wird. Genau das bietet der Oasys und ist somit fĂŒr mich die ideale Plattform.
blogasys: Was schÀtzt Du am meisten am OASYS und was fehlt ihm Deiner Meinung nach?
FK: Ăber die erstklassige KlangqualitĂ€t, den tollen Touchscreen, die Möglichkeit neue Effekte und Klangerzeuger zu implementieren, ist glaube ich genug geschrieben worden, deshalb muss ich mich nicht auch noch darĂŒber auslassen. Ich will viel lieber gleich zu dem Punkt kommen, der mir persönlich am meisten am Herzen liegt, nĂ€mlich dem Sequenzer. Ich habe die meiste Zeit fĂŒrs Sequenzing einen Atari in Verbindung mit Cubase benutzt. Das Ding lĂ€uft super stabil und grooved wie Sau. Der schwarz/weiĂ Bildschirm ist nur unwesentlich gröĂer als der des Oasys, was mich aber nie wirklich gestört hat. Seit ich den Atari ausrangiert habe, Ă€rgere ich mich mit allen möglichen Softwaren rum, die alle schön bunt sind, aber nie wirklich stabil laufen, geschweige denn auch nur annĂ€hernd so schön auf den Punkt kommen wie das Atari-Cubase. Also war meine Ăberlegung den Atari zu reanimieren oder einen Hardwaresequenzer zu benutzen. Genau in diese Entscheidungsfindung platzte der Oasys. Ich nahm an, dass damit alle meine Probleme gelöst wĂ€ren. Weit gefehlt. Der Oasys hat, meiner Meinung nach, zur Zeit noch gar keinen Sequenzer, der auch nur halbwegs entspanntes Arbeiten zulĂ€sst. So bleibt fĂŒr mich nur zu hoffen, dass sich Korg endlich erbarmt und den O-Sequenzer auf den Stand bringt, der einem GerĂ€t dieser Klasse zusteht. Was mir persönlich noch gefallen wĂŒrde wĂ€re so etwas wie die Song-Templates ĂŒbertragen auf alle Bereiche des Oasys. Wie gerne wĂŒrde ich mir von Profis vorschlagen lassen wie z.B. ein amtlicher Gesangshall zu klingen hat. Oder wie ich mehr Lautheit in den Finalen Mix bekomme. So etwas wie der ” Mastering Room ” bei der Roland VS Reihe. Das spart eine Menge Zeit und fĂŒhrt oftmals zu besseren Ergebnissen. Wer sagt denn, dass Leute die Musik machen auch gleichzeitig fit in der Anwendung von Studiotechnik sein wollen ? Ich bin sowieso total ĂŒberrascht darĂŒber wieviel ” Hobbyisten ” sich den Oasys gekauft haben. Wenn man in den einschlĂ€gigen Foren liest kann man den Eindruck gewinnen, dass der O einen ganz anderen Markt bedient als sich das Korg vielleicht vorgestellt hat. Also ihr lieben Korgs gebt uns Templates :). Die Karmafunktion z.B. geht da genau in die richtige Richtung. Die neue Software, an der Stephen Kay zurzeit arbeitet wird die FunktionalitĂ€t von Karma nochmal einen riesen Schritt nach vorne bringen. Schade ist eigentlich nur, dass die Bearbeitung auĂerhalb des Oasys auf einem externen Rechner stattfinden muss. Es ist auf jeden Fall schön zu wissen, dass man sich mit dem Oasys ein GerĂ€t gekauft hat, das ĂŒber Jahre hinweg mit neuem Material versorgt wird und von Leuten wie Stephen Kay einen Support erfĂ€hrt, der glaube ich einzigartig in der Branche ist. Ich fĂŒr meinen Teil habe jedenfalls zu keinem Zeitpunkt die Investition in diese herausragende Workstation bereut.
Eberhard Geitz alias “Ebse” lernte ich in einem der beiden OASYS Foren kennen. Die virtuelle Bekanntschaft hat sich schnell zu einer virtuellen Freundschaft entwickelt, deren auditive Ergebnisse - so hoffen wir derzeit beide - am Ende dieses Jahres zu hoeren sein werden. Wenn Sie nun kompromisslose Eigenwerbung erwarten, dann koennten Sie am Ende des nun folgenden Interviews eventuell enttaeuscht sein.
blogasys: Ebse, es beginnt mit der klassischen Einstiegsfrage â kannst Du uns zunĂ€chst ein wenig ĂŒber Deinen musikalischen Werdegang erzĂ€hlen?
EG: Lang istâs her â ich glaube ich war damals 14 oder 15 Jahre alt â bekam ein Freund von mir eine akustische Gitarre, die sich fortan immer mehr ins Zentrum unserer gemeinsamen FreizeitaktivitĂ€ten schob und dem FuĂball seine Alleinherrschaft streitig machte. Etwas spĂ€ter durfte auch ich eine Gitarre mein eigen nennen und nahm kurz darauf ârichtigenâ Gitarrenunterricht. Leider war die Lehrerin strikt auf der klassischen Schiene, wie damals wohl die gesamte MusikpĂ€dagogik. Das war nicht unbedingt das was ich mir vorgestellt hatte. Nach einem Jahr hatte ich also keine wirkliche Motivation mehr zum Unterricht zu gehen, sondern spielte mit Freunden in diversen Kellern Gitarre, Schlagzeug und auch mal Tasten (es war irgend eine Farfisa-Orgel). Das Schlagzeug, dass wir uns gebraucht vom Taschengeld kauften war von einer âGĂŒteâ, dass man die Einzelteile heute nicht mal mehr vom SperrmĂŒll wegholen wĂŒrde! Aber das tat dem SpaĂ keinen Abbruch. Bis auf wenige Jahre habe ich seitdem immer in einer Rock/Pop-Band gespielt und nebenher im Wohnzimmer Synthesizer, Gitarren und Nachbarn gequĂ€lt.
WĂ€hrend meines Grafik-Design-Studiums an der Hochschule der KĂŒnste in Berlin habe ich im Rahmen einer freien Projektarbeit ein grafisches Kompositionsset entwickelt und mit mir bekannten Musikern praktisch erprobt. Auf einer Kompositionstafel konnte man in einer 4×4-Elemente-Matrix grafisch aufbereitete durchsichtige Folien einhĂ€ngen, auf denen transluzente bzw. transparente, farbige geometrische Formen aufgebracht waren. Darauf befanden sich in vielen unterschiedlichen Farbstellungen Kreise, Pfeile, Wellen, Kugelhaufen, usw. usw. Ich glaube es waren ca. 100 Folien die nach und nach entstanden sind. Diese Folien konnten nebeneinander und, da sie ja durchsichtig waren, auch ĂŒbereinander auf der Tafel positioniert werden. Auf diese Weise wurde eine Abfolge zusammenstellt, die als Ausgangspunkt und Orientierung der musikalischen Interpretation und Improvisation diente. Heute wĂŒrde ich ein vergleichbares Projekt natĂŒrlich auf einem Computer umsetzen und per Beamer an die Wand werfen und … die Grafik(en) in Bewegung bringen!
Also kurz und gut: der Computer kam zu spĂ€t. Aber dennoch: er kam; und zwar gewaltig. Mit 64 KB und im Design eines ĂŒberdimensionalen Brillen-Etuis. Farbe: unverfĂ€ngliches Beige mit chicen braunen Tasten.
blogasys: … lass mich raten?
EG: Genau! Der Commodore C64 war es, der mich Jahre lang in Atem gehalten hat. Das erste Midi-Interface, das ich mir sofort nach Erscheinen kaufte, sah aus wie eine unvollendete Ăbungsarbeit eines Azubis. Eine offene Platine! Na gut, die ganze Musikwelt war zu der Zeit in der Midi-und-Computer-Entwicklungsphase und hatte Wichtigeres zu tun. Bei diesem Modell jedenfalls war ein GehĂ€use anscheinend ĂŒberflĂŒssig. Man Stelle sich zum Beispiel mal die OASYS ohne das schwarze Bedienpanel vor… Egal. Das Ding zusammen mit meinem DX7 und Supertrack von Gerhard Lengeling bildeten jedenfalls mein Einstiegs-Trio in die Midiwelt. Zuvor hatte ich bereits einen MS20, MS50, SQ10 und jede Menge SpaĂ damit.
Beim MS20 fĂ€llt mir noch eine Anekdote ein aus der Rubrik âWie man Synthesizer interdisziplinĂ€r missbrauchen kannâ. Zutaten: etwas Bastler-Know-How in Sachen Elektronik, drei FotowiderstĂ€nde, eine Spiegelreflexkamera, drei Farbauszugsfilter aus der Reprotechnik (ich habe nach meinem Studium eine Ausbildung als Reproduktionsfotograf gemacht). Andere Farbfolien tunâs sicherlich auch. Weiterhin braucht man so etwas wie eine âGrundschaltung Fotowiderstandâ, die es als Bausatz wahrscheinlich in jedem Elektronikhandel gibt. Jeder der FotowiderstĂ€nde wird in einer anderen Filterfolie gekapselt. Die drei prĂ€parierten WiderstĂ€nde werden in ein transparentes GehĂ€use eingesetzt; ungefĂ€hr ZĂŒndholzschachtelgröĂe. Diese Schachtel vorsichtig und möglichst lichtdicht in die Spiegelreflexkamera einsetzen; dort wo sich normalerweise der zu belichtende Film befindet. Achtung! Verschlussvorhang nicht zerstören! Spannung anlegen. Die durchgelassene Spannung wird als Steuerspannung den CV-EingĂ€ngen des MS-20, zugefĂŒhrt! Das warâs auch schon.
Nach der Arbeit kommt nun das eigentliche VergnĂŒgen. Der Verschluss der Kamera wird per Dauerbelichtung offen gehalten und alles Licht, das durch das Objektiv auf die drei WiderstĂ€nde trifft entsprechend der eingesetzten Farbfilter aufgeteilt. Je nach Farbe und Motiv, das vom Objektiv eingefangen wird, und je nach Bewegung des Kamera fĂŒhrenden âMusikersâ entstehen drei unterschiedliche Steuerspannungen, die -abhĂ€ngig von der Synthesizer-Programmierung- alles Mögliche manipulieren können. Klingt lustig, nicht wahr? Ja, das war es auch! Das Ganze wurde von mir âOptisizerâ getauft.
Ca. 25 Jahre spĂ€ter (!) kommt eine japanische Firma mit dem Namen Roland auf die Idee einen so genannten âD-Beam-Controllerâ in ihre GerĂ€tschaften einzubauen und hat sich diese Idee wahrscheinlich in aller Welt patentieren lassen. Irgendwie kam mir dieser Controller bekannt vor … Witzig.
blogasys: …kommt selten vor, aber mir fehlen die Worte…. die VerknĂŒpfung auditiver und visueller Ausdrucksformen war offenbar stets von Interesse fĂŒr Dich.
EG: GrundsĂ€tzlich hat mich die ParallelitĂ€t der visuellen und der akustischen Ausdrucksformen â auch in verbal-kommunikativer Hinsicht â schon immer fasziniert. Begriffe wie hell, dunkel, hart, weich, harmonisch, Kontrast, laut, leise, Raum, Panorama, Transparenz … Du kannst das selber weiterspinnen. In beiden Kunst-Disziplinen kannst Du mit diesen Begriffen kommunizieren. Es bestehen Analogien, deren beschriebener Inhalt also im Umkehrschluss von der einen Ausdrucksform in die andere transferiert werden kann. Anders ausgedrĂŒckt: Du kannst ein Bild anschauen, es mit den Repertoire des interdisziplinĂ€ren Wörterbuchs beschreiben und diese Beschreibung als Rezept oder Basis fĂŒr eine musikalische Komposition nehmen.
blogasys: Wie wirkt sich das auf Deine Musik aus?
EG: Oft sehe ich Bilder wenn ich Musik höre und umgekehrt. Hmm… Ich glaube Edgar Froese von Tangerine Dream hat sinngemÀà einmal gesagt er hofft auf das Interface vom Kopf in den Musikrecorder. So eine Art âBrain to Audioâ-Interface. Schade, Edgar, ich glaube wir werden das leider so nicht mehr erleben. Aber selbst der Weg dorthin ist und bleibt schon spannend genug!
blogasys: Wie ging es dann weiter?
EG: SpĂ€ter habe ich mich auch mit Midi-Programmierung auf dem ATARI ST beschĂ€ftigt, Sounds fĂŒr den DX7 programmiert, Soundverwaltungsprogramme geschrieben und auch einen Editor fĂŒr den ESQ1 von Ensoniq programmiert. Der Clou bei der Software war, dass als Option eine âalte, analogeâ BenutzeroberflĂ€che simuliert werden konnte. Das lieĂ sich dank der Architektur des ESQ1 ganz gut per Midi nachbilden.
Nach vielen Jahren Programmier-Abstinenz kam mir kĂŒrzlich der Gedanke in den Kopf wieder einmal ein Projekt in Sachen Midi-Programmierung anzugehen. Diesmal auf dem Mac. NatĂŒrlich! Da ich leider nicht die Sprache C++ beherrsche, habe ich mir eine Lizenz von RealBasic gekauft. Das Projekt allerdings ist vorerst ausgesetzt. Dieses Jahr will ich doch erst einmal verstĂ€rkt Musik machen mehr Keyboards ins Zentrum der Komposition bringen, weg von der Struktur einer Rock-Band, keine Besetzung wie sie in einer Band ĂŒblich ist.
Oh…. ich glaube ich habe Deine Frage doch etwas ausschweifend und im Kern doch noch nicht beantwortet,
blogasys: [lacht]
EG: …. aber ich denke mein bisheriger Lebensweg mit der Musik ist eher sehr gewöhnlich und hat sich wahrscheinlich zeitgleich auf dieser Welt zigtausendfach in Ă€hnlicher Form bei anderen Musikern wiederholt: Bandmucke im Ăbungskeller, Recording-Sessions im Homerecording-Studio, einige Live-Gigs etc. Gitarre, Schlagzeug und Tasten habe ich gespielt, ohne eines dieser Instrumente heute wirklich zufrieden stellend zu beherrschen, wenn es um die Spielfertigkeit geht. Immer auf der Suche nach dem Besseren: der besseren Harmonie, dem besseren Groove, dem besseren musikalischen Ausdruck, dem besseren Instrument, dem besseren Sound, etc. Das Alles sind aber lediglich Mittel zum Zweck. Diese Mittel werden meiner Meinung nach zu sehr ĂŒberbewertet. Entscheidend fĂŒr mich ist der SpaĂ dabei und der ultimative Kick in den herausragenden Momenten, in denen einfach Alles stimmt!
Ăber Freundschaften entwickelte sich mein GefĂŒhl fĂŒr die Musik und die Musik wiederum entwickelte neue Freundschaften. So kann ich meinen musikalischen Werdegang vielleicht am ehesten auf den Punkt bringen, denn Musik ist schlussendlich immer eine sehr emotionale Ausdrucksform der Kommunikation.
blogasys: Welche Musik und welcher Musiker haben Dich eigentlich am stÀrksten beeinflusst?
EG: Pink Floyd stehen da eindeutig an allererster Stelle. Das Konzert (am 13. MĂ€rz 1970 Auditorium Maximum der Technischen UniversitĂ€t Berlin) hat in mir einen Kulturschock ausgelöst. Bis dahin hörte ich â mehr oder weniger ânotgedrungenâ, um bei den Klassenkameraden mitreden zu können â das, was deutsche Radiosender in jener Zeit in den Hitparaden dudelten. Ich war vorher noch nie in einem Live-Konzert und dann hörst Du das erste mal im Leben StĂŒcke wie âBe careful with that axe, Eugeneâ oder âSet the controls for the heart of the sunâ. WOW!!! Das Konzert hat einfach neue TĂŒren in mir und meinem VerstĂ€ndnis zur Freiheit von Klang und Musik geöffnet. Einige Beispiele dazu habe ich ja bei der Beantwortung Deiner ersten Frage bereits gegeben.
Die wirkliche Leistung von Pink Floyd wird meiner Meinung nach erst deutlich, wenn man sie â wie es immer so schön formuliert wird â im musikalischen Kontext der populĂ€ren Musik der frĂŒhen 70er Jahre betrachtet. James Taylor, Santana, Jethro Tull, Can, Frumpy, Dire Straits, Joe Jackson, Tangerine Dream, Sade, Mezzoforte, sind weitere Bands, die ich ausgiebig gehört habe.
blogasys: Welche Musik hörst Du zurzeit und warum ausgerechnet diese?
EG: Deine Frage klingt so simpel, ist aber fĂŒr mich wirklich nicht ganz einfach zu beantworten. Hhmm… Ich höre relativ wenig Musik, und schalte CD-Player oder Radio auch schon mal ab, wenn ich merke dass ich nicht mehr richtig zuhöre. Es gibt keinen Favoriten, was Musikstil oder Musiker angeht. AbhĂ€ngig von der Laune dem Wetter, oder was auch immer wechselt es stĂ€ndig. Selbst wenn ein Song mich emotional nicht unbedingt umhaut, kann ich ihn immer analytisch hören und es macht SpaĂ ein StĂŒck auf diese Weise zu entdecken und zu verstehen.
GrundsĂ€tzlich aber finde ich Musik, die von Leuten gemacht wurde, die wie Du und ich leidenschaftlich âIhr Dingâ machen und ohne 100.000-Euro-Etat etwas auf die Beine stellen viel, viel spannender. Es ist fĂŒr mich nachvollziehbarer und mit Sicherheit ehrlicher. Ich glaube einfach nicht, dass Stars, die zum zig-tausendsten Mal Ihren Number-One-Hit performen noch wirklich SpaĂ daran haben. Nur die Wenigsten von ihnen sind aber so ehrlich das auch offen zuzugeben.
Ich jedenfalls hasse es zum x-ten Mal das gleiche StĂŒck spielen zu mĂŒssen, wenn doch die âamtlicheâ Version schon seit langer Zeit auf HD liegt oder auf CD gebrannt wurde. Das ist in meinen Augen vergeudete Zeit! Die Möglichkeit sich mit gleich gesinnten âAmateurenâ und âSemi-Professionalsâ auszutauschen ist viel spannender und das Bild des Menschen hinter der Musik wahr wird und nicht eine abstrakte Marketing-Ikone, die austauschbar ist, wenn die UmsĂ€tze nicht mehr stimmen.
blogasys: Nun zu Deiner Musik, was waren Deine letzten Projekte?
EG: Bis vor kurzem habe ich 15 Jahre lang in einer Band Keyboards gespielt. Die Gruppe ist an AltersschwÀche -glaube ich zumindest- eingegangen. Anfangs hatte wir ein Repertoire und sind gelegentlich aufgetreten. SpÀter haben wir uns mehr auf das Improvisieren eingelassen, was mir persönlich besser gefÀllt.
RĂŒckblickend betrachtet ist es gut, dass die Band sich aufgelöst hat, denn ich bin jetzt nach Vorne gerichtet und richtig gespannt auf das Neue, das sich mit Sicherheit entwickeln wird.
Das jĂŒngste Projekt bestand aus mehreren kleinen Soundtracks zu kurzen Videos bzw. 3D-Animationen, die unter hohem Zeitdruck fertig werden mussten. Gelegentlich bekomme ich solche Jobs, da ich einer von mehreren Gesellschaftern einer kleinen Werbeagentur bin.
Trotz des Stressfaktors mag ich das Komponieren von Soundtracks. Man muss sich zunĂ€chst auf die Bilder einlassen, denn das Bild ist die Vorgabe und das MaĂ der Dinge. Die Musik wird sozusagen zum Turbolader der Filmaussage â wenn sie denn gelingt. Die musikalischen Dramaturgie und das Timing die das Bild und den Filmschnitt unterstĂŒtzen sollen, mĂŒssen genau auf den Frame sitzen. Das ist der Unterschied in der Entstehung verglichen mit freien Improvisations-Sessions.
NatĂŒrlich kann man sich bei Terminarbeiten auch nicht so locker davon stehlen, wenn die KreativitĂ€t Sand im Getriebe hat. Diese SchwĂ€che gestehe ich mir leider zu oft ein, wenn ich meine eigenen Sachen aufnehme.
blogasys: … die gewohnte Frage nach den aktuellen Projekten, lasse ich einmal aus.
EG: Wieso?! Du hast doch nicht etwa Informationen ĂŒber mein streng geheimes Projekt mit dem bekanntesten OASYS-Lover und -Kritiker im deutschsprachigen Raum? Das wĂŒrde bedeuten, dass es eine undichte Stelle im System gibt!
blogasys: Welches Equipment setzt Du ein und warum hast Du Dich fĂŒr dieses entschieden?
EG: Zur Zeit besitze ich neben der OASYS noch meine Karma, eine Triton Extreme, einen Motif ES. Letzteren will ich aber demnÀchst endlich verkaufen.
Als ich vor der Entscheidung stand mir die OASYS zu kaufen, habe ich mich nach dem Motto âReduce to the Maxâ dazu entschlossen auszusortieren. Ein Mehr an GerĂ€tschaften bedeutet bei mir nicht zwangslĂ€ufig ein Mehr an QualitĂ€t oder Output. Im Gegenteil: die ganze Verdrahterei, Synchronisation usw. ist eher ein abtrĂ€glicher Zeit- und Stressfaktor.
Im Asservatenschrank liegt noch ein YAMAHA TX7 und eine Korg 05RW Modul. Eine Boss DR880 Drummachine, deren nette Easy-Compose-Funktion ich ganz lustig finde, besitze ich ebenfalls. Den Roland VS2480-Recorder habe ich schon lange nicht mehr eingeschaltet, obwohl er fĂŒr Mehrspur Live-Recording eine hervorragende Kiste ist. LogicPro, Live, Reason, Stylus RMX laufen auf meinem (Intel-)Imac. Den ganzen Kleinkram neben den obligatorischen 345.000 Kilometer Kabelsalat will ich hier nicht aufzĂ€hlen.
Die Karma habe ich mir kurz nach ihrem Erscheinen zugelegt. Wie ĂŒblich kam der Tipp von einem Freund, der das Teil auf der Musik-Messe gespielt hatte und fortan total verknallt in die Kiste war. Es ist einfach eine klasse Jamming-Fun-Box, die ich auch nicht hergeben werde! Thank you, Stephen and Korg!
blogasys: Was war fĂŒr Dich dann ausschlaggebend Dir einen OASYS zu kaufen?
EG: FĂŒr mich war es zum einen Karma 2.0 und zum anderen die Hoffnung auf ein autarkes, gut klingendes Standalone-System. NatĂŒrlich haben mir die Videos von Stephen Kay auf KarmaLab.com den Mund so richtig wĂ€sserig gemacht. Sein Engagement in seinem und anderen Foren ist einfach unglaublich! Die Community dieser Foren ist auch beispielhaft, genauso wie die Jungens Jerry und Dan von Korg USA, die begriffen haben, dass ein After-Sales-Service kaufentscheidend sein kann, und immer in den Foren mit Rat und Tat bereit stehen. Obwohl ich zu meinem Bedauern nicht so gut englisch kann lohnt es sich immer wieder dort hineinzuschauen.
Ich schweife wieder ab, … zurĂŒck zum Thema: Wenn der Sequencer in der OASYS mir zusagen wĂŒrde, wĂ€re ich auch fast am Ziel. GegenĂŒber Live und Logic ist er natĂŒrlich ohne Chance was die KomplexitĂ€t, Tiefe und GUI angeht. Dennoch bin ich ĂŒberzeugt, dass weit mehr machbar ist, als das was wir derzeit in der OASYS geboten bekommen! Schau Dir die Hardware und den Bildschirm des guten, alten ATARI ST an und Du weist, was ich meine.
Dass die OASYS sooooo mega-geil klingt, habe ich erst richtig nach dem Kauf bei mir zu Hause im gewohnten akustischen Umfeld realisiert. Da erst hat mich der ĂŒberragende Grundsound wirklich vom Stuhl gehauen!
… ĂŒbrigens: der Preis der OASYS ist eigentlich gar nicht so hoch, wenn man mal einen Preis pro Kilogramm zu Grunde legt und mit anderen SchĂ€tzen aus der musikalischen Asservatenkammer vergleicht.
blogasys: Was schÀtzt Du am meisten am OASYS und gibt es neben dem Sequenzer Dinge die Du vermisst?
EG: Zum Grundsound und Karma 2 kommt das groĂe, berĂŒhrungsempfindliche Display und die Anzahl der Modulations- und Realtime-Controller. Diese Features stehen bei mir auf der Haben-Seite ganz oben.
Den ĂŒberholten Sequencer habe ich eben ja schon als ein Manko angekreidet. Eine FM-Erweiterung fehlt mir, und die DAW-Anbindung ĂŒber Firewire, die der neuen KORG M3 Workstation als Option zur VerfĂŒgung steht. Die Ăffnung der Software fĂŒr Anbieter von Plug-Ins wĂŒrde Vieles ermöglichen, wovon wir zur Zeit nur trĂ€umen dĂŒrfen.
Was mir persönlich fehlt â und es ist mir fast peinlich mich in diesem Blog zu outen â ist ein noch einfacheres und âmusikalischeresâ Karma-Interface. Ich weiĂ, es gibt genug Leute, die wollen tief in die Karma-Technologie eindringen und am Besten noch im letzten Winkel des Parameter-Dschungels eines total geöffneten GE-Editors das letzte Byte manipulieren. Ich habe Hochachtung und Respekt vor diesen Usern und deren FĂ€higkeiten! Meine Intention dagegen ist es in meiner knapp bemessenen Zeit mehr und einfach Musik zu machen. Ein Interface mit Reglern wie Music-Genre, Tempo (Half/Double), Improvisations-Intensity usw.
Stephen könnte die GEâs z.B. auf einer EASY-Page mehr in einem virtuellen Musiker-Charakter verpacken. Stellâ Dir vor, Du suchst fĂŒr ein StĂŒck an dem Du gerade arbeitest, einen Gitarristen und teilst ihm mit, wie er sich ins StĂŒck einbringen sollte. Wenn Du Dich mit dem Musiker verstehst, dann reichen sechs bis acht Kernbegriffe und die Sache funktioniert!
Ich hoffe spÀtestens mit der KARMA Version 4.0 in der Lage zu sein, das zu tun!